Westfalen wird 1250 Jahre alt. Diese erste urkundliche Erwähnung im Jahr 775 nimmt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe zum Anlass für ein beeindruckendes Kulturjahr 2025. Vom 16. Mai 2025 bis zum 1. März 2026 können Sie im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn auf den Spuren Karls des Großen wandeln.

Westfalens Geschichte als lebendige Wundertüte
Dr. Georg Lunemann, der Direktor des LWL, bringt es auf den Punkt: Die Geschichte Westfalens gleicht einer Wundertüte, aus der Impulse für unsere Gegenwart und Zukunft hervorschauen. Diese Region hat über Jahrhunderte hinweg gezeigt, wie Vielfalt und Tradition sich gegenseitig bereichern können.
Die Sonderausstellung in Paderborn präsentiert auf tausend Quadratmetern die facettenreiche Entwicklung der Region. Original-Handschriften aus der Bibliotheque Nationale in Paris dokumentieren die erste Erwähnung der Westfalen in den fränkischen Reichsannalen. Archäologische Funde lassen das Leben in Stadt und Burg wieder auferstehen. Wertvolle Schätze aus Klöstern und Kirchen erzählen von der spirituellen Dimension der Region.
Von Burgen, Klöstern und Königspfalzen
Paderborn selbst verkörpert die historische Bedeutung Westfalens. Hier, an einem strategischen Stützpunkt Karls des Großen während der Sachsenkriege, formte sich die Region zu einer politischen Einheit. Von der rätselhaften Ersterwähnung über das Herzogtum bis zur preußischen Provinz durchlief Westfalen viele Verwandlungen.
Die Ausstellung zeigt Werke westfälischer Künstlerfamilien und gibt Einblicke in das kunsthistorische Erbe. Dabei kommen auch Menschen aus der Region zu Wort: Was bedeutet Westfalen heute? Diese Frage nach Identität und Heimat verleiht dem Jubiläum seine Aktualität.



Vielfalt als historisches Programm
Prof. Dr. Malte Thießen, Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte, betont die außergewöhnliche Vielfalt Westfalens. Das Spannungsfeld zwischen Mensch und Umwelt prägte die Region bereits im 18. Jahrhundert, als Holz zum wichtigen Rohstoff wurde. Die Industrialisierung brachte Fortschrittsoptimismus und Zukunftsängste gleichermaßen mit sich.
Der Gegensatz von Stadt und Land zieht sich wie ein roter Faden durch die westfälische Geschichte. Was heute der Streit um Glasfasertrassen ist, war im 19. Jahrhundert der Kampf um den Eisenbahnanschluss. Die Frage nach gleichwertigen Lebensverhältnissen beschäftigt Westfalen seit jeher.
Dass die erste Schwulendemo Deutschlands durch Münster zog und eines der ersten Frauenhäuser in Warendorf stand, zeigt die früh gelebte Diversität der Region. Tradition und Vielfalt ergänzen sich hier auf beeindruckende Weise.
Ein westfalenweites Kulturprogramm
Das Jubiläum lebt von der Beteiligung der ganzen Region. Über 40 Projekte aus Kunst, Geschichte, Literatur, Musik, Kabarett und Kulinarik verdeutlichen die Vielfalt Westfalens. Der LWL und die LWL-Kulturstiftung tragen das Jubiläum in die Fläche. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft übernommen.
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung, spricht von einer Strahlkraft, die weit über die Region hinausreicht. Die kreative Vielfalt der Projekte entwickelt eine gemeinsame Dynamik, die bis nach Berlin wirkt.
Praktische Hinweise für Ihren Besuch
Die Sonderausstellung im LWL-Museum in der Kaiserpfalz Paderborn läuft vom 16. Mai 2025 bis zum 1. März 2026. Planen Sie ausreichend Zeit ein, um die vielfältigen Exponate auf tausend Quadratmetern in Ruhe zu betrachten. Die zentrale Lage in Paderborn macht die Anreise für Familien unkompliziert.
Informationen zum gesamten Kulturprogramm finden Sie unter www.nrw-tourismus.de/events/1250-jahre-westfalen. Dort erfahren Sie auch, welche Veranstaltungen in Ihrer Nähe stattfinden.
Ausstellungsinfos
- „1.250 Jahre Westfalen“ in Paderborn
- 15.Mai 2025 bis 01.März 2026
- LWL-Museum in der Kaiserpfalz | Am Ikenberg | 33098 Paderborn
- Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10:00h bis 18:00h
- Eintritt: 11,00€, ermäßigt 6,00€, Kinder bis 18 Jahre sind kostenfrei


