Zum ersten Mal bei einer Führung zu erleben: die Gruft des Hauses Württemberg

Nur wenige haben je diesen Bereich von Schloss Ludwigsburg betreten: Unter der Schlosskapelle ließ Herzog Eberhard Ludwig am Beginn des 18. Jahrhunderts eine Familiengruft anlegen. Alle württembergischen Herrscher vom Schlosserbauer und Stadtgründer bis zum ersten König Friedrich liegen hier bestattet – bis heute. Im Jahr des Ludwigsburger Stadtjubiläums wird die Gruft zum ersten Mal und auch nur für dieses eine Jahr für öffentliche Führungen geöffnet. Am 25. Mai steht der erste Termin auf dem Programm.

„Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal die Erlaubnis des Hauses Württemberg, Führungen in der Gruft durchzuführen“ erklärt Stephan Hurst, der Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg. Das ehemalige Herrscherhaus gewährt nur selten Zutritt zu diesen Räumen – kein Wunder, sind doch die Gewölberäume unter der Schlosskapelle immer noch im Eigentum der Familie und nach wie vor liegen in den Metallsarkophagen die Toten der Herrscherdynastie. „Wir sind daher umso dankbarer, dass wir diese Führungen anbieten können“, sagte Stephan Hurst.
Der Anlass für die Öffnung ist das Jubiläum der Stadt Ludwigsburg, die vor 300 Jahren, 1718, zur Stadt erhoben wurde. Die Öffnung wird eine Besonderheit und Ausnahme bleiben. Zwei Führungstermine werden vorerst angeboten: am 25. Mai und am 27. Mai.

Herbert Rommel, erfahrener Schlosskenner und vielen aus seinen Führungen bekannt, präsentiert die Gruft. Die Schlossverwaltung weist darauf hin, dass die Führung Trittsicherheit erfordert; der Zugang zur Gruft ist zudem nicht barrierefrei. Ein weiterer Hinweis: In der Gruft, nach wie vor Privateigentum der Familie, ist das Fotografieren nicht gestattet. Führungen in der Gruft sind eine absolute Ausnahme und finden nur in diesem Jubiläumsjahr statt.

DIE GESCHICHTE DER GRUFT ALS DYNASTISCHE GRABLEGE
1715 bis 1723 errichtete Donato Giuseppe Frisoni die Schlosskapelle. Der Bau ist für eine evangelische Kirche von verblüffender Pracht und als symmetrischer Kuppelraum von ungewöhnlicher Gestalt. Beides erklärt sich, wenn man weiß, dass die Kirche über der neuen Familiengrablege des Herzogshauses errichtet wurde. Die prächtige Ausstattung entsprach dem Rang als Hofkirche und Grablege der Dynastie. Form und Grundriss knüpfen direkt an Mausoleumstraditionen an, die bis zur Antike zurückreichen: Die Schlosskirche ist ein Zentralbau, hat also eine Raumstruktur, die auf einen Kreis und ein gleichseitiges Kreuz aufbaut und damit nicht die übliche Längsausrichtung einer Kirche hat. Verständlich wird die Besonderheit, wenn man weiß, dass Herzog Eberhard Ludwig seinen Kirchenbau über der zentralen Gruft der Herrscherfamilie errichten ließ.

SERVICE UND INFORMATION
Freitag, 25. Mai um 17:00h
Sonntag, 27. Mai und 11:00h und 14:00h

Anmeldung – unbedingt erforderlich:
Schlossverwaltung Ludwigsburg
Tel. : 071 41.18 64 00
E-Mail: info@schloss-ludwigsburg.de