250 Jahre alte Bühne im Schlosstheater Ludwigsburg in Betrieb

Ein einzigartiges Technikdenkmal erlebt man am Sonntag, 14. Oktober, in Betrieb: Das historische Schlosstheater im Residenzschloss Ludwigsburg verfügt über die älteste erhaltene Bühnentechnik. Was sich so spröde anhört, hat sensationelle Effekte, denn im barocken Theater war alles auf Illusion und Spektakel angelegt. Am 14. Oktober steht einer der raren Termine auf dem Programm, an denen der Theatermaschinist die über 250 Jahre alte Technik anwirft und die Bühne sich verwandelt – ein Termin, den man nicht verpassen sollte.

EINDRUCKSVOLLE BAROCKE BÜHNENSHOW
„Wir zeigen das Schlosstheater immer wieder bei Führungen“, erklärt Stephan Hurst, der Leiter der Schlossverwaltung. „Die Bühne in Bewegung zu erleben, ist aber eine absolute Rarität“. Und was man an Spektakel auf der 250 Jahre alten Bühne zu sehen bekommt, ist auch für heutigen Zuschauer erstaunlich. Wenn sich der historische Vorhang gehoben hat, verwandelt sich die Bühne und Unwetter mit Blitz und Regen ziehen über die Bühne. Für solche Effekte war das Ludwigsburger Schlosstheater berühmt.

DIE ÄLTESTE BÜHNENMASCHINERIE ÜBERHAUPT
Hinter der Theaterbühne steckt ein wahres Wunderwerk an Bühnenmaschinerie. Eingebaut wurde sie im 18. Jahrhundert: Das zentrale Stück ist der Wellbaum, die Achse, die die gesamte Mechanik über Seile und Rollen antreibt. 1756 wurde der Baumstamm für diese Achse gefällt und er tat bereits 1758, bei der Eröffnung des Theaters, zum ersten Mal Dienst. Damit ist die Bühnentechnik in Ludwigsburg die älteste erhaltene der Welt. Bis heute reicht ein Mensch, um alles in Bewegung zu setzen: Über die Drehung des Wellbaums lässt sich der zentrale Kronleuchter hochziehen und der Bühnenvorhang heben –und vor allem bewegt er die Kulissen.

VERWANDLUNG AUF OFFENER BÜHNE
Nicht nur die Bühne ist historisch, auch der Zuschauerraum, in dem das Publikum bei der Vorführung am 14. Oktober sitzt, ist erhalten. Er stammt allerdings nicht aus der Zeit von Herzog Carl Eugen vor 250 Jahren, sondern wurde unter König Friedrich um 1800 umgebaut. Von hier aus kann man mit eigenen Augen sehen, wie das barocke Bühnenwunder funktionierte. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg führen um 13.30 Uhr die Bühnentechnik vor: live und im Echtbetrieb. Wie zu Zeiten der Herzöge und Könige wird der große Kronleuchter im Zuschauerraum hochgezogen und es öffnete sich feierlich der Hauptvorhang. Das Bühnenbild verwandelt sich blitzschnell – bei geöffnetem Vorhang. Schlosstheater-Maschinist Johann Schreiber, seit vielen Jahren mit der Bühnenmaschinerie vertraut, betreut die Technik – bis heute ein Ein-Mann-Job. Schlossführer Mike Mack präsentiert und erläutert, was passiert und erzählt aus der Geschichte des Theaters.

Sonntag, 14. Oktober 2018, 13.30 Uhr
Wind, Regen, Donner und Verwandlung
Hightech des 18. Jahrhunderts im Schlosstheater.

DAUER
circa 45 Minuten
Erwachsene 9,00 €, Kinder 4,50 €, Familien 22,50 €
Eine telefonische Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

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