Falkenstein

Burg Falkenstein, Sachsen-Anhalt
Geschichte der Burg Falkenstein

Trutzig erhebt sich mit der Burg Falkenstein auf einem Bergsporn über dem Selketal im eine der ältesten, eindrucksvollsten und best erhaltendsten mittelalterlichen Burganlagen des Harzes, deren Anfänge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Sie entspricht in jeder Hinsicht dem Idealbild einer Höhenburg.

Eine massive Schildmauer zur Hauptangriffsseite Osten schützt die Kernburg. Der Bergfried, sieben Tore, der Zwinger und die Vorburg erhöhen den Eindruck der Uneinnehmbarkeit.

Als Ahnherren der Falkensteiner gelten die Edelfreien von der Konradsburg. Ihr Stammsitz liegt östlich des Falkenstein bei Ermsleben. Für das Jahr 1021 ist mit Egeno dem Älteren erstmalig auch ein Mitglied dieser Familie bezeugt.

Torhaus
Die eigentliche Geschichte der Burg Falkenstein beginnt jedoch mit Burchard I. von der Konradsburg. Ein umstrittenes Diplom aus dem Jahr 1120 erwähnt ihn erstmals als Burchardo de Valckenstein. Offenbar war der Bau der Burg Falkenstein zu dieser Zeit bereits soweit fortgeschritten, dass eine Benennung nach dem Sitz allgemein anerkannt war. In den ersten Urkunden wechselte der Name noch zwischen „Konradsburg“ und „Falkenstein“, nach 1142 wurde ausschließlich die Bezeichnung „ de Valkenstein“ in verschiedenen Schreibvarianten üblich. Zugleich spiegelte die Gründung der Burg Falkenstein auch das neue Selbstbewusstsein ihrer Erbauer wider, die seit 1155 durch Einheiratung in das Haus der Grafen von Hillersleben-Ammensleben auch den Grafentitel führten.

Zu Beginn des 13. Jahrhundert gelang es den Falkensteinern ihre Macht und ihren Einfluss im nordöstlichen Harzraum auszubauen und schließlich auch das Vogteirecht über das Stift Quedlinburg zu erlangen, dies bezeugt eine Urkunde aus dem Jahr 1201, in der „comes“ Otto I. von Falkenstein erstmals als „advocatus“ (als Vogt) bezeichnet wird.
Sein bedeutendster Nachfahre war Graf Hoyer II. von Falkenstein, der die Burg in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erweitern und ausbauen ließ. Es entstanden der Palas, die Zwingeranlage sowie weitere Befestigungen.

Graf Hoyer II. war jedoch nicht nur als Bauherr, sondern auch als Förderer des rechtskundigen Eike von Repgow bekannt. Der Legende nach soll dieser das bedeutendste deutschsprachige Rechtsbuch des Mittelalters, den „Sachsenspiegel“ auf dem Falkenstein vollendet haben. 1323 übernahm Burchard V. als Graf von Falkenstein das Erbe. Da seine Ehe jedoch kinderlos blieb, entschloss er sich zu einem folgenschweren Schritt und vermachte den Falkenstein mit all seinem Zubehör 1332 dem Bistum Halberstadt. Mit seinem Tod 1334 erlosch das Geschlecht der Grafen von Falkenstein im Mannesstamm.

Ab 1437 befand sich die Burg im Besitz der Herren von der Asseburg, die sie bis 1945 behielten. Bald nach der Übernahme entfalteten die neuen Besitzer ihre rege Bautätigkeit und ließen den Falkenstein sowohl zu Wohn- als auch zu Verteidigungszwecken ausbauen. Die Bautätigkeiten bis zum Ende des 16. Jahrhunderts erstreckten sich vor allem auf die Kernburg und den Zwingerbereich.

Schon im 19. Jahrhundert ward die Burg in Teilen für Besucher zugänglich. Ganz im Zeichen der Romantik, lockte die Burg nun zahlreiche Wanderer, die den Falkenstein als ideale Ritterburg für sich entdeckten und sich von ihr inspirieren ließen. Zahlreiche Darstellungen des Falkenstein, z.B. von Ludwig Richter oder Wilhelm Steuerwaldt sind uns aus dieser Zeit überliefert.

Kein anderer prägte Amt und Burg Falkenstein aber so sehr wie Ludwig I. von der Asseburg, der 1831 die Rittergüter Meisdorf, Pansfelde und Molmerswende zu einen Fideicommis vereinte und hierdurch weitere Erbteilungen verhinderte. In preußischen Diensten stehend – er war Hofjägermeister – erhob ihn König Wilhelm IV. 1840 in den Grafenstand und die Grafschaft Asseburg-Falkenstein wurde erblich. Bis 1945 stand Graf Lothar von der Asseburg – Falkenstein – Rothkirch der Familie vor. In den letzten Kriegstagen im April 1945 ward der Falkenstein von amerikanischen Soldaten besetzt gehalten. Die Familie floh auf den hinnenburgischen Besitz (bei Paderborn) und wurde im Zuge der Bodenreform 1946 enteignet. Der Falkenstein ging in staatlichen Besitz über.

Bereits am 1. April 1946 öffnete der Kastellan Henne die Burg wieder für Touristen – das war die Geburtsstunde des Museum Burg Falkenstein. Mit der Gründung der Stiftung „Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt“ (seit 2005 Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt) wurde Burg Falkenstein 1996 als Liegenschaft Teil dieser Stiftung. Mit Wirkung vom 1. Januar 1998 ging schließlich auch der Museumsbetrieb in das Eigentum der Stiftung über.

Komplettiert wurde der Museumsbetrieb durch die Einrichtung der Burggaststätte „Krummes Tor“ im April desselben Jahres sowie der Einrichtung eines Falkenhofes im Jahr 2002, der mit seinen Vorführungen verschiedener Greifvögel im freien Flug von März bis Oktober eine der Hauptattraktionen der Burg darstellt.

Nach einem ca. 20minütigen Spaziergang (alternativ wird auch eine Fahrt mit der Falkensteiner Bimmelbahn angeboten) trifft der Besucher zuerst auf die Reste der ehemaligen vor gelagerten Ostbastion. Von hier hat man den ersten Blick auf die beeindruckende Schildmauer und den Bergfried. Nachdem man das „erste“ Ringtor (eigentlich das 2. Tor) durchschritten hat, gelangt man in den Südzwinger. Durch das nachfolgende „Krumme Tor“ gelangt man in die Vorburg. Über die Rasenfläche fällt der Blick auf den ehemals westlichsten Verteidigungspunkt der Burg, den Altan.

Zwei weitere Tore (Tor 4 und Tor 6) begrenzen den Mittelhof, der sich an den ehemaligen Wirtschaftshof auf der Vorburg anschließt. Das letzte Tor (Tor 7), eine Unterführung, führt schließlich in den Burghof (Kernburg), der ringsherum bebaut ist. Den Nordteil bildet der ursprüngliche Palas, dessen romanisches Kellergeschoss auch im Sommer nur mit Kälteschutz betreten werden sollte.

Der im Süden liegende Küchenbau aus dem 15. Jahrhundert beherbergt eine der wenigen noch funktionstüchtigen Burgküchen des Landes und ist unbedingt sehenswert. Das Obergeschoss des Westflügels, errichtet im niedersächsischen Fachwerkstil, gehört wohl zu den schönsten Beispielen dieser Kunst.

Was macht die Burg, neben den geschichtlichen und architektonischen Attraktionen, noch zu einem lohnenden Ausflugsziel? Zum einen die bereits erwähnte Falknerei. Die Flugshow dieser wunderschönen Vögel vermittelt nicht nur interessante Fakten, sondern lässt einen auch oft Staunen über die Rasanz des Fluges, gepaart mit unglaublicher Präzision und Eleganz. Neben Adlern und Falken gibt es auch Uhu und Eule zu bewundern. Der Falkner lässt die Besucher zudem gern an seinem umfangreichen Wissen zur Tradition der Falknerei teilhaben.

Die museumspädagogischen Angebote ermöglichen Familien, Einzelbesuchern, aber auch Schulklassen und Reisegruppen auf verschiedene Art und Weise die Burg Falkenstein und ihre Geschichte kennen zu lernen.

Nähere Informationen hierzu erhalten Sie unter: www.burg-falkenstein.de oder www.dome-schloesser.de.
Text mit freundlicher Unterstüzung der Burg Falkenstein.

Burg Falkenstein, Sachsen-Anhalt

Museum Burg Falkenstein

06543 Falkenstein/Harz
OT Pansfelde
Sachsen-Anhalt
Deutschland

Tel.: +49-(0)34743-535590
www.burg-falkenstein.de

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Montag bis Sonntag: 10.00 Uhr – 18.00 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag: 10.00 Uhr – 16.30 Uhr
Letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schließung!
Am 24.12. ist das Museum geschlossen!

Falknervorführungen:
März – Oktober: Dienstag – Freitag: 11.00 Uhr und 15.00 Uhr sowie am Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 Uhr; 14.00 Uhr und 16.00 Uhr
Bei Großveranstaltungen sind abweichende Regelungen möglich!

Preise:
Erwachsene/Senioren: 6,00 Euro
Ermäßigte: 3,50 Euro
Familie: 15,00 Euro
Kinder unter 6 Jahre: frei

Anfahrt:
Auf der Strecke Pansfelde nach Meisdorf, nach links der Ausschilderung folgen.

Veranstaltungen

  • 03.11.2017 … „Es ist Nacht auf Burg Falkenstein… “
  • 01.12.2017 … „Es ist Nacht auf Burg Falkenstein… “
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