Die 10 schönsten Burgen & Schlösser Frankreichs

Chateau Montresor (Loire) in der Nachmittagssonne - burgen.de
Chateau Montresor (Loire) in der Nachmittagssonne – burgen.de
Architektonische Meisterwerke, Liebesgeschichten und Intrigen, Macht und Eifersucht – das Leben in den Schlössern Frankreichs wird in vielen Romanen und Filmen nacherzählt. Doch welche sind die Schönsten der Schönen? Es soll fast 40.000 Châteaux in Frankreich geben (die von uns besuchten Schlösser und Burgen findest Du hier) – viele davon sind weltbekannt, andere eher versteckte Schönheiten. Eine schwierige Wahl mussten wir treffen, doch hier finden Sie unsere Auswahl.

Am Ende des Dokumentes finden Sie nützliche Tipps & Links zur Vorbereitung auf die Frankreich-Reise.
Und hier kommt unsere Bestenliste der schönsten französischen Burgen & Schlösser – viel Spass beim Schmökern!

Château de Chambord

Im Jahr 2019 feiert Chambord ein besonderes Jubiläum: 500 Jahre sind seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 1519 für das größte Renaissance-Schloss der Welt vergangen und noch heute weckt es Bewunderung und Faszination. Chambord ist der geheimnisvollste der königlichen Paläste, der mit falschen Symmetrien und mehreren Unbekannten spielt. Die Neuinterpretation eines rätselhaften Monuments und die Erhaltung des riesigen Parks sind zwei Grundfragen, die bei den Feiern zum 500. Jubiläum des Beginns der Bauarbeiten einfließen.
Die Leitlinie der Veranstaltungen dieses Festjahrs ist, Chambord so in den Blickpunkt zu rücken wie es von seinem Gründer Franz I. und dem Architekten und Inspirationsgeber Leonardo da Vinci entworfen wurde. Ein vielfältiges Festprogramm prägt das Jahr 2019 – zusammen mit einer Ausstellung, die seine Entstehungsgeschichte erzählt: „Chambord, 1519 – 2019: Die Utopie am Werk“. Nach der Neuanlage der französischen Gärten im Jahr 2017 möchte Chambord die Atmosphäre, die bei der Ankunft des König im Schloss herrschte, wieder erlebbar machen.

Ausführliche Infos über Château de Chambord auf burgen.de.

Château de Chenonceau

Château de Chenonceau - schöne Seitenansicht

Die Geschichte von Chenonceau ist eine Geschichte geprägt von einer fast ununterbrochenen Abfolge von Frauen, die es bauten, verschönerten, schützten, restaurierten und retteten. Vom ersten, mittelalterlichen Schloss aus dem 12. und 13. Jahrhundert steht noch der „Tour des Marques“. Das Schloss in seiner heutigen Form wurde zwischen 1513 und 1517 von Frau Catherine Briçonnet erbaut, der Frau eines Intendanten der königlichen Finanzen.
Im Jahr 1535 wegen Schulden an die französische Krone verkauft, schenkte es König Henri II seiner Mätresse Diane de Poitiers, nach dessen Tod zwang seine Witwe Catherine de Médicis ihre ehemalige Rivalin, Chenonceau gegen Chaumont zu tauschen. Beide Damen ließen je einen Renaissancegarten im italienischen Stil auf ummauerten Terrassen angelegen. Von 1940 bis 1942 lief durch Chenonceau die Demarkationslinie zwischen Vichy-Frankreich und dem von deutschen Truppen besetzten nördlichen Teil des Landes, sodass das Schloss einen häufig genutzten Fluchtweg darstellte. 2019 feiert man hier mit speziellen Führungen und Events den 500. Geburtstag der Königin Catherine de Médicis, welche im Jahr 1519 in Florenz geboren wurde.

Ausführliche Infos über Château de Chenonceau auf burgen.de.

Château de Fontainebleau

„Die wahre Heimat der Könige, das Haus der Zeitalter.“, so nannte Napoleon 1816 das Schloss von Fontainebleau. Es ist das einzige königliche und kaiserliche Schloss, welches seit sieben Jahrhunderten ununterbrochen bewohnt wurde. Ein Besuch in Fontainebleau bietet eine außergewöhnliche Präsentation der französischen Geschichte, Kunstgeschichte und Architektur. Alle regierenden Dynastien Frankreichs – seien es die Karpetinger, Valois, Bourbonen oder Kaiser Napoleon – haben hier gelebt. 34 Könige und Königinnen wohnten in diesem mit fast 1.500 Räumen größten und umfangreich möbliertesten Palast Frankreichs.
Hier wurde Geschichte geschrieben, denn am 20. April 1814 hielt Napoleon seine berühmte Abschiedsrede an die Soldaten der Alten Garde im Hof des Weißen Pferdes, welcher seitdem auch Hof des Abschieds genannt wird. Heute beherbergt das Schloss vier Museen, die Anlage und seine Gärten sind UNESCO Weltkulturerbe. Der Park erstreckt sich über 130 Hektar und lädt gerade im Herbst zum Flanieren und Kastaniensammeln ein.

Ausführliche Infos über Château de Fontainebleau auf burgen.de.

Château du Haut Koenigsbourg

Haut Königsbourg, Frankreich - eine der monumentalen Burgen FrankreichsAn der elsässischen Weinstraβe gelegen bietet eine der imposantesten und faszinierendsten Festungen Europas, die Hohkönigsburg auf fast 800 Metern Höhe, einen beeindruckenden Panoramablick über die Rheinebene und die Vogesen. 900 Jahre Geschichte mit Eroberungen und Zerstörung im 30-jährigen Krieg liegen hinter ihr, als die Ruine im Jahr 1908 dem deutschen Kaiser Wilhelm II geschenkt wird. Er läßt sie als Ritterburg im Stil des 15. Jahrhunderts wieder aufbauen mit dem Ziel hier ein Museum zur Verherrlichung der Ritterzeit und seiner Dynastie zu errichten.
Nach der Niederlage im 1. Weltkrieg wird die Burg im Jahr 1919 Eigentum des französischen Staates, seit 1993 steht sie unter Denkmalschutz. Heute kann man in den aufwendig ausgestatteten Räumen eine bemerkenswerte Sammlung an Waffen und Mobiliar aus dem 16. und 17. Jahrhundert bestaunen. Ausserhalb der Burgmauern befindet sich seit 2001 ein mittelalterlicher Garten mit Kräutern und Rosen. Als Zeitzeuge bewegender Geschichte im Dreiländereck und Wahrzeichen der Region ist die Hohkönigsburg heute eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs.

Bild: Haut Koenigsbourg by Uwe Brodrecht, used under CC BY 2.0; cropped, sharpened & recoloured original

Château de Versailles

Schloss Versailles, Frankreich | burgen.deDas Schloss von Versailles ist eine der größten Schlossanlagen Europas – und das am meisten besuchte Schloss. Rund 15 Millionen Touristen pro Jahr wollen in diesem zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Bauwerk auf den Spuren vergangener Zeiten wandeln. Sein bekanntester Bewohner war sicherlich sein Erbauer, Louis XIV. Er ließ ein kleines Jagdschloss umbauen zu einem der prächtigsten Paläste aller Zeiten, dem Mittelpunkt seines höfischen Lebens. Der Spiegelsaal mit seiner Länge von 75 Metern, welcher sich über die gesammte Breite des Mittelbaus erstreckt, ist einer der beeindruckendsten Räume der gesammte Anlage: Besonders nachts, erhellt von tausenden von Kerzen deren Licht sich in den Spiegel vervielfacht. Welcher Besucher der damaligen Zeit war nicht überzeugt, dass der Sonnenkönig der mächtigste König von allen war.
Auch die von André le Nôtre angelegten Gärten übertrafen alles bis dahin bekannte. Auf 715 Hektar erstreckt sich der Schlosspark mit Gebäuden, Kanälen und Brunnen. Die Nachfolger des Sonnenkönigs hatten in Versailles ihren Regierungssitz bis König Louis XVI und Königin Marie Antoinette am 5. Oktober 1789 das Schloss für immer verlassen mussten. Es wurde von den Revolutionären in den folgenden Jahren zum Teil geplündert und stand weitgehend leer. Heute ist Versailles mit seinen Gartenanlagen, Museen und Parkschlössern für Besucher geöffnet.

Bild: Schloss VERSAILLES by ROLLAND POMARET, used under CC BY 2.0; cropped, sharpened & recoloured original

Abbaye du Mont Saint Michel

Le Mont Saint Michel, vom Damm aus gesehen

Zwischen Bretagne und Normandie auf einem Hügel im Meer gelegen, liegt der „Heilige Berg“. Wer ihn einmal gesehen hat ist nicht ertaunt, dass er auch „La Merveille“, das Wunder genannt wird. Schon im Jahr 708 wird hier dem Erzengel eine Kirche erbaut, ab dem 10. Jahrhundert errichten die Benediktiner auf dem Berg eine Abtei, die zu einem der größten Pilgerzentren des Mittelalters wird. Er war immer auch ein nationales Symbol, im 14. Jahrhudert trotzte er im 100-jährigen Krieg den Engländern. Im Jahr 1790 wurde die Abtei von den Mönchen verlassen, fast 80 Jahre später stellte man Mont Saint Michel unter Denkmalschutz. Ständige Restaurierungsarbeiten sind notwendig, um die Anlage in ihrer früheren Pracht zu erhalten. Heute besuchen nahezu 3 Millionen Touristen das zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Bauwerk – damit gehört es zu den am meisten Besuchten in Frankreich.
Im Rahmen eines Renaturierungsprojektes wurde dem Mont Saint Michel seine ursprüngliche Inselform zurückgegeben. Statt über einen Damm, fährt man nun in kleinen Shuttlebussen über eine 760 Meter lange Brücke zum Eingang des Dorfes unterhalb der Abtei. Nur wenige Male im Jahr, wenn die Springflut einen Tidenhub von fast 13 Metern erreicht, ist die Insel komplett von Wasser umgeben, ein magischer Moment.

Ausführliche Infos über Abbaye du Mont Saint Michel auf burgen.de.

Le Château et les Remparts de la Cité de Carcassone

Stadtmauern von Carcassonne in der Sonne

Im Herzen des Landes der Katharer liegt die Stadt Carcassonne mit der Burg der Grafen von Trencavel und den Befestigungsanlagen, wie ein mittelalterlicher Traum auf einem Hügel über dem Aude-Tal in der Region Okzitanien. Sie gehören seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Mittelalter lebten hier bis zu 4.000 Einwohner, heute bestaunt ein Vielfaches an Besuchern die im 19. Jahrhundert durch den berühmten Viollet-le-Duc vortrefflich restaurierten Gemäuer und genießen das bunte Treiben auf den Plätzen und Gassen. Die Stadt hatte eine besondere Rolle in der französischen Geschichte, nach den Albigenser Kreuzügen im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts fiel der ehemalige Herrschaftssitz der Grafen von Carcassonne an die Krone, die sie fortan von einem Seneschall beaufsichtigen ließ.
Zweifelhaften Ruhm erlangte Carcassone auch als sie Hauptsitz der zentralen Verwaltung der Inquisition in Süd-Frankreich wurde. Ihre Rolle als Grenzfeste zwischen Frankreich und Aragon behielt sie noch bis 1659, dann wurden die ca. 3 Kilometer lange doppelte Ringmauer und die 52 Wehrtürme rund um die historische Altstadt nach einem Friedensvertrag nicht mehr benötigt und begannen zu zerfallen. Heute wachen Sie wieder trutzig über die Stadt, sehr zur Freude der Besucher.

Ausführliche Infos über Carcassone auf burgen.de.

Château Azay-le-Rideau

Château Azay-le-Rideau, Loire

Das Schloss Azay-le-Rideau liegt wie ein Schmuckstück auf einer Insel mitten im Flüsschen Indre. Erbaut im 16. Jahrhundert unter der Schirmherrschaft des französischen Renaissance-Königs François I. ist es eine subtile architektonische Verbindung französischer Traditionen und italienischer Dekorationen. Der in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts angelegte Landschaftspark bildet den passenden Rahmen.
Seit dem Jahr 1905 ist der französische Staat Eigentümer. Das Centre des monuments nationaux hat in den Jahren 2015 bis 2017 mit einem umfassenden Restaurierungsprogramm dazu beigetragen, dass es weiter das harmonischste architektonische Juwel der Loire Region ist. In der Sommersaison von Juli bis August ist der Schlosspark Schauplatz des Spektakels “Son et Lumiere”, einer Ton – und Lichtshow.

Ausführliche Infos über Château Azay-le-Rideau auf burgen.de.

Château de Pierrefonds

Château de Pierrefonds (Oise, Frankreich), Aufgang vom Ort

Als Napoleon III. im Jahr 1857 den Architekten Viollet-le-Duc mit der Restaurierung der Burg beauftragte, lag das Schloss Pierrefonds schon lange in Trümmern. Fast 30 Jahre waren für die Sanierung notwendig. Auch wenn der Restaurator es mit der baugeschichtlichen Wahrheit nicht immer ganz genau nahm, ist das Ergebnis ist beeindruckend: Eine Zugbrücke, acht imposante Wehrtürme und ein Zwinger machen aus Pierrefonds eine märchenhafte Ritterburg.
Ursprünglich erbaut von Herzog Louis de Orléans, einem Bruder des französischen Königs im 14. Jahrhundert, wurde die Anlage 1617 belagert und geschliffen und die Ruine geriet in Vergessenheit. Der bayerische König Ludwig II soll sich hier bei einem Besuch Anregungen für den Bau des Schlosses Neuschwanstein geholt haben. Das Château de Pierrefonds ist ein idealisiertes Modell einer mittelalterlichen Burganlage und wird als solches oft für Film- und TV-Produktionen genutzt. Nur eine Stunde nördlich von Paris gelegen ist es ein beliebtes Ausflugsziel.

Ausführliche Infos über Château de Pierrefonds auf burgen.de.

Château du Rivau

Blick aus dem Garten: Chateau de Rivau, Loiregebiet

Rivau ist vielleicht das überraschendste Schloss auf dieser Liste. Von außen ein mittelalterliches Schloss mit Wehrturm und Zugbrücke, von innen ein fröhliches Lustschloss im Stil der beginnenden Renaissance. In jedem der Räume gibt es neben den üblichen prächtigen Möbeln und Bildern überraschende zeitgenössische Kunstwerke. Die Suche nach ihnen wird untermalt von einer Geräuschkulisse aus der Zeit des höfischen Lebens, sie gestaltet sich so zu einer amüsanten Schnitzeljagd.
Ausserhalb des Schlosses warten die Gärten, in denen sich das märchenhafte Thema fortsetzt. Der Gemüsegarten von Gargantua, der Zauberwald, der Pfad des Däumlings, Alice im Rivauland, der Garten der Prinzessin Rapunzel sind nur einige Beispiele für den Ideenreichtum bei der Gestaltung. Die 450 verschiedenen Duftrosenarten verführen die Sinne und machen das Schloss zu einem Paradies, nicht nur für Gartenfreunde.

Ausführliche Infos über Château du Rivau auf burgen.de.

Reisetipps für Frankreich

Das flächenmäßig größte Land Europas hat ein abwechslungsreiches Klima, welches das Land durch alle Jahreszeiten zu einem attraktiven Reiseziel macht. Für Städtebesichtigungen oder Burgentouren sind die Frühjahrs- und Herbstmonate zu empfehlen, mit dem niederschlagsarmen Frühjahr und dem milden Herbst. Grundsätzlich empfiehlt sich gerade bei den kleineren Schlössern, die etwas abseits der „Rennstrecken“ liegen, die Öffnungszeiten vorher auf deren Website zu prüfen. Gerade bei private Objekten erlebt man sonst allerlei Überraschungen.

Reisezeit
Die beste Reisezeit für Frankreich hängt ganz davon ab, in welcher Region man reisen möchte. Der Norden, Westen und Osten haben ein eher gemäßigtes Klima, hier empfiehlt sich die Zeit von von April bis September, zumal dann die meisten Schlösser und Burgen regelmäßige Öffnungzeiten haben. Im mediterranen Klima des Südens kann die angenehme Zeit noch bis weit in den Oktober reichen.

Tickets
Viele der französischen Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie die Karten im vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Reiseführer
Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir gerne MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps, inkl. kostenloser Touren-App & Update-Service.

Lesen
Buchcover "So sind die Franzosen" - amüsierte Hilfe zum Umgang mit unseren geliebten Nachbarn =)

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir das Buch „So sind sie, die Franzosen: Die Fremdenversteher von Reise Know-How“ (Knapp) – etwas bissig und voller humorvoller Einsichten.
  • Die Romanreihe Fortune de France von Robert Merle erzählt in immerhin 13 Bänden die Geschichte Frankreichs im 16. und 17. Jahrhundert. Sicherlich ein Brocken, aber eine tolle Vorbereitung auf die Schlösser der Loire und all die Francois, Louis und Henris, die einem in den Schlössern begegnen.
  • Eine der beeindruckendsten Gestalten des Mittelalters ist Eleonore von Aquitanien, ihrem Leben kann man sich mit dem Buch „Die Löwin von Aquitanien: Historischer Roman“ von Tanja Kinkel unterhaltsam nähern.

Und natürlich ist die Website des Französischen Fremdenverkehrsamtes (www.france.fr) eine reiche Quelle von Inspiration und Information. Merci beaucoup.