Armut, Kriege, Todeswissen. Die „andere“ Seite der Barockzeit im Spiegel der Kunst

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Wann
06.09.2015
17:00 - 18:30

Location
Neues Schloss Meersburg
Schloßplatz 12
88709 Meersburg
Baden-Württemberg

Deutschland

Kategorie(n)


Mehr als höfischer Glanz – die Zeit des Barock war auch eine Zeit der Erschütterungen, der ständigen Kriege und der Umbrüche. In seinem Vortrag am 6. September im Neuen Schloss Meersburg zeigt Prof. Dr. Harald Siebenmorgen, der ehemalige Direktor des Badischen Landesmuseums Karlsruhe, diese Seite der Epoche: „Armut, Kriege, Todeswissen. Die ‚andere‘ Seite der Barockzeit im Spiegel der Kunst“ lautet der Titel der Veranstaltung im Rahmen des Themenjahres Barock der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Vortrag blickt auf die dunkle Seite der Epoche

Eine Epoche höfischen Glanzes – dieses Bild hat die Zeit des Barock im allgemeinen Bewusstsein bekommen. Dabei war die Barockzeit, also etwa die knapp zwei Jahrhunderte vom Beginn des 17. bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, nur oberflächlich eine Zeit höfischen Glanzes. Fürstliche Repräsentation und politische Propaganda waren zunächst Instrument zur Sicherung des Absolutismus. Das Barockzeitalter war geprägt von ständigen Kriegen, Hungersnöten und Wirtschaftskrisen. Im Dreißigjährigen Krieg kam mehr als ein Drittel der mitteleuropäischen Bevölkerung ums Leben. Die Pest und andere Pandemien wie Typhus wüteten in den Ländern Europas. Selbst an Höfen wie Versailles grassierten Krankheiten, Wohnungsnot und Hunger.

Eindrucksvolles Thema im Werk grosser Künstler

Harald Siebenmorgen präsentiert in seinem Vortrag, wie sich dieser düstere Zeithintergrund in den großen Werken der Kunst niedergeschlagen hat. Künstler wie Tintoretto, El Greco, Caravaggio, Annibale Caracci oder Georges de la Tour haben schon früh sensibel auf die Umbrüche einer „Neuen Zeit“ reagiert. Vanitas-Darstellungen, Totentanz-Folgen in der Tradition des Spätmittelalters, Memento-Mori-Bilder, Reliquienkult und Hexenfurcht antworteten auf den Glauben der Menschen an eine dämonische Natur und die Angst vor dem Jenseits. Der Grafiker Jacques Callot oder der Bildhauer Leonhard Kern aus Hohenlohe gaben – wie Grimmelshausen in der Literatur – den Kriegsgräueln der Zeit ein Bild. Gian Battista und Gian Domenico Tiepolo, Goya oder Johann Heinrich Füssli haben, mit dem Beginn des Zeitalters der Vernunft und der Aufklärung, die Grenzen des Seins auf moderne Weise reflektiert.

Einblicke in eine besondere Epoche

Der Vortrag von Prof. Dr. Harald Siebenmorgen bildet den hochkarätigen Abschluss des „Barocksonntags“ der Staatlichen Schlösser und Gärten am 6. September im Neuen Schloss Meersburg. Eine faszinierende Epoche erleben und die Zeit des Barock entdecken – das ist das Motto dieses Jahres bei den Staatlichen Schlössern und Gärten. 16 Monumente in Baden-Württemberg stehen beim aktuellen Themenjahr Barock im Mittelpunkt der Aktivitäten. An Originalschauplätzen wie dem Neuen Schloss Meersburg können die Besucherinnen und Besucher der barocken Welt ganz nah kommen.

Service und Informationen

Prof. Dr. Harald Siebenmorgen

Armut, Kriege, Todeswissen. Die „andere“ Seite der Barockzeit im Spiegel der Kunst

Vortrag am 6. September, 17 Uhr

im Neuen Schloss Meersburg, Saal Schönborn

 

EINTRITT

Erwachsene 5,00 €

Ermäßigte 2,50 €

oder pro Person ein Gutschein der Schlosscard plus

 

Barocksonntag in Schloss Meersburg

Der Vortrag von Prof. Dr. Harald Siebenmorgen findet statt im Rahmen des Barocksonntags am 6. September 2015.

 

ÖFFNUNGSZEIT

9.00 – 18.30 Uhr

 

PROGRAMM

11.00 Uhr

Matinee im Spiegelsaal: Barocke Klänge

(Alte-Musik-Ensemble der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz)

13.00, 15.00 und 16.00 Uhr

kurze Themenführung durch das Neue Schloss Meersburg

14.00 Uhr

Führung durch die Schlosskirche

 

Besichtigung des neu sanierten Teehäuschens

Das Café im Neuen Schloss Meersburg bietet eine Auswahl an barocken Speisen

 



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