Unterstützung für Schloss Schwarzenberg in Scheinfeld

Die im Kern mittelalterliche Burg Schwarzenberg beherrscht am Westrand des Steigerwalds die Stadt Scheinfeld. Nach einem verheerenden Brand wurde die Burg von 1607 bis 1618 nach Plänen des berühmten Augsburger Ratsbaumeisters Elias Holl neu aufgebaut. Die Ausführung übernahmen der Nürnberger Steinmetz Jakob Wolf und sein gleichnamiger Sohn. Das Ensemble ist vom mittelalterlichen Bergschloss geprägt, dessen Stützmauern, Bergfried und Palas man wiederverwendete.

Eine Vielzahl von Schweifgiebeln, Türmen und Erkern bestimmt die Silhouette des Hochschlosses. Von 1671 bis 1674 ersetzte man den Bergfried nach Plänen von Melchior Beck und Wilhelm Schneiders durch den Schwarzen Turm, noch Ende des 18. Jahrhunderts entstand der Große Beamtenbau. Besondere Beachtung verdient die Schlosskapelle der Heiligen Drei Könige aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Dem Hochschloss vorgelagert und früher durch einen Halsgraben getrennt, befinden sich umfangreiche Wirtschaftsbauten, darunter der sogenannte Brauereiflügel. Er erhielt im 17. Jahrhundert seine heutige Form und wird für die erweiterte Schulnutzung ausgebaut. Dieser zweigeschossige Satteldachbau ist außerordentlich lang. Die ursprüngliche Nutzung als Brauhaus hat sich in vielen Architekturdetails anschaulich erhalten.

Besonders bemerkenswert sind die sogenannten Preußischen Kappengewölbe auf Holzbalken, die sich in dieser Form erstmals in einer mittelfränkischen Brauerei nachweisen lassen. An dem enorm langen Kehlbalkendach sind zahlreiche Gespärre noch bauzeitlich. Der Trakt ist eines der größten noch existenten barocken Brauereigebäude Bayerns.

Das Landschulheim Schloss Schwarzenberg der Mathilde-Zimmer-Stiftung wurde 1968 gegründet. Es wird derzeit als Real- und Fachoberschule mit rund 450 Schülern und 50 Lehrkräften genutzt. Mit dem Ausbau der früher als Brauerei genutzten Nebengebäude wird künftig der Schulbetrieb als sechsstufige Realschule möglich.

Die Nutzung des Hochschlosses und des Brauereitraktes als Realschule und Internat ist in mehrfacher Hinsicht erfreulich: Das Denkmal erhält durch die neue Nutzung eine Zukunft und der Unterricht in dem dortigen Ambiente sensibilisiert die Schulkinder und Jugendlichen für den nachhaltigen Umgang mit dem baukulturellen Erbe. Das gesamte Instandsetzungsprojekt ist gut vorbereitet und dank einer Zuwendung des Bundes aus dem Konjunkturpaket II, Mitteln aus dem Entschädigungsfonds und der regionalen öffentlichen Hand sowie Zuwendungen von weiteren Institutionen finanzierbar geworden.

Schloss Schwarzenberg gehört zu den über 200 Projekten, die die private, bundesweit tätige Denkmalstiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale bisher allein in Bayern fördern konnte.

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