Unterstützung für Schloss Harburg

Am 20. März 2015 findet in Schloss Harburg im Landkreis Donau-Ries die Einweihung des frisch renovierten Festsaales durch Fürst zu Oettingen-Wallerstein von der Kulturstiftung gleichen Namens statt. Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die bei dem Festakt durch Holger Göttler vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD vertreten wird, stellte 2010 und 2013 für die Instandsetzung insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung.

Die eindrucksvolle orts- und landschaftsprägende Anlage von Schloss Harburg kann auf eine siebenhundertjährige Geschichte zurückblicken.

Innenhof von Schloss Harburg
Innenhof von Schloss Harburg
Die gewachsene Burganlage mit mächtiger Wehrmauer, Türmen, Palas und zahlreichen Wirtschaftsgebäuden ruht auf einem Felsen hoch über der Stadt, der sie den Namen gab. Von hier aus ließ sich der Eingang zum Ries überwachen. Schloss Harburg befand sich 1150 im Besitz der Staufer, wurde aber 1299 an die Grafen von Oettingen verpfändet, denen es von 1493 bis 1549 als Residenz diente. Nach dem Zweiten Weltkrieg machten die seit 1731 Oettingen-Wallerstein genannten Grafen Schloss Harburg zum Sitz der fürstlichen Kunstsammlungen. Der Gebäudekomplex präsentiert vor allem den Zustand des 18. Jahrhunderts. Es sind romanische, gotische und barocke Bauabschnitte erkennbar.

Im Süden findet sich der sogenannte Saalbau, der über den angrenzenden Faulturm erreichbar ist. Ursprünglich als Unterkunft für die Burgmannschaft genutzt – ab 1496 als Dürnitz, also als beheizbarer Raum – ließ ihn Fürst Ernst Albrecht zwischen 1717 und 1721 aufstocken und durch einen großen, repräsentativen Saal ergänzen. Der Bandelwerk-Deckenstuck in den Wohnräumen des ersten Obergeschosses wie die umfangreichen Stuckaturen im Großen Saal aus der Zeit zwischen 1719 und 1742 stammen wohl von Johann Bühler. Die Deckengemälde, die antike Gottheiten zeigen, wurden 1742 von dem abgebrochenen Schloss Tiergarten bei Schrattenhofen übernommen.

Der Saalbau war an der Südseite konstruktiv gefährdet, an den Traufen waren die Dachstuhlbereiche zerstört. Die Giebelsysteme des Walmdachstuhls und die Decken wiesen ebenfalls konstruktive Mängel auf. Zusätzlich nagten Schwamm und Insektenbefall an der Substanz.
Die westliche Außenmauer war an der Traufe bereits stark ausgebaucht, weil der Dachstuhl sich über die Außenwand schob. Im gesamten Gebäude band der Mauermörtel kaum mehr, und die schwachen Saalwände waren nur unzureichend ausgesteift – höchste Zeit also für Gegenmaßnahmen. Vor allem die mit Stuck versehenen Decken wurden aufwendig restauriert.

Die von der DSD geförderte Teilmaßnahme umfasste die Instandsetzung der Decken der Räume im ersten und zweiten Obergeschoss des Saalbaues und Treppenhauses im angebauten Faulturm sowie den Wiedereinbau des bauzeitlichen sogenannten Versailler Tafelparketts im Festsaal.

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