Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg: „Die Welt der Gärten. Kostbarkeiten für alle Sinne“

Ob in den Gärten des Schloßes in Schwetzingen, im Kloster Maulbronn oder in Heidelberg – hier findet man barocke Orangerien und glitzernde Springbrunnen, elegante Statuen und reizvolle Gartentempel, kunstvoll geschnittene Hecken, weite Landschaften und uralte Baumriesen. Nach dem Jahr des Barocks stehen in Baden-Württemberg in diesem Jahr die historischen Gärten im Fokus. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg rufen 2016 das Jahr der Gärten aus. Landesweit machen 18 Gärten mit und bieten ein Füllhorn von Veranstaltungen: Familiensonntage und Kinderprogramme, Gartenfeste und Open-Air-Konzerte, Gartenmessen und Kunstausstellungen zu Gartenthemen. Dazu kommen ungewöhnliche Führungen und Rundgänge durch die Gärten, von denen jeder seinen eigenen Charme hat.

Auftakt in Schwetzingen

Für den festlichen Auftakt am 17. April haben die Staatlichen Schlösser und Gärten die Kurpfalz ausgewählt. Der Startschuss fällt in Schwetzingen im Schlossgarten. Diese grandiose Anlage des 18. Jahrhunderts vereint Kunst und Natur, Schönheit, Philosophie und Geschichte – ein Kunstwerk mit vielen Dimensionen mit seinen einzigartigen Bauwerken, den Skulpturen und Brunnen und der Mischung aus einem eleganten Barockgarten im französischen Stil und der Romantik eines englischen Landschaftsgartens. Schwetzingen wird wegen dieser Einzigartigkeit und Vielfalt auch in diesem Jahr von den Staatlichen Schlössern und Gärten zum „Garten des Jahres“ gekürt.

Bühnen für alle Jahreszeiten

Schon lange vor dem offiziellen Beginn des Gartenjahrs lohnt sich der Besuch in Schwetzingen ebenso wie in den anderen Gärten. Bereits wenn bei den ersten Sonnenstrahlen die Krokusse und Schneeglöckchen aus dem Boden kommen, entfalten die historischen Anlagen ihren Reiz – ein perfektes Setting für Spaziergänge und Bühne für die ersten Sonnenstrahlen des Jahres. Und jeder Besuch in einem Schlossgarten ist ein Spaziergang durch eine vergangene Epoche! „Die Welt der Gärten. Kostbarkeiten für alle Sinne“ heißt das Motto des Jahres in den historischen Gärten des Landes. Und da gibt es einiges an Kostbarkeiten, Schönheiten und an verschwiegenen Paradiesen zu entdecken. Etwa den barocken Kosmos des gräflichen Gartens von Schloss Weikersheim, voller glitzernder Springbrunnen und Figuren, ein Kleinod inmitten des ländlichen Hohenlohe. Verträumte Romantik bietet der stille Landschaftsgarten rings um das Lustschloss Favorite bei Rastatt. Für viele der traditionsreiche Inbegriff des Ausflugsziels – das sind die Gärten der Schlösser von Ludwigsburg, ganz besonders das Blühende Barock.

Programm für alle Interessen: Kloster Maulbronn

Typisch für den Besuch in einem der historischen Gärten: Die Staatlichen Schlösser und Gärten bieten viele besondere Führungen an. Oft sind die Themen und Ideen ungewöhnlich und originell, etwa, wenn es im UNESCO-Denkmal Kloster Maulbronn „Mit der Kräuterhexe durchs Gartenjahr“ geht. Der Workshop im ehemaligen Zisterzienserkloster überzeugt durch gartenpraktische Tipps von der Maulbronner Kräuterhexe Gabriele Bickel. In Maulbronn reicht die Gartentradition weit zurück: Die Zisterziensermönche waren schon im Mittelalter berühmt für ihre Kenntnisse in Gartenbau und Landwirtschaft – eine Grundlage des klösterlichen Reichtums.

Rasenspiele mit Tradition in Schloss Heidelberg

Eine neue Sonderführung wird im Frühjahr im Schlossgarten Heidelberg angeboten: „Mit dem Balonen gespilet, zum Ring gerennet“ verspricht Spaß im Garten wie bei Kurfürstens. Dabei geht es um historische Rasenspiele, die vor Jahrhunderten der Zeitvertreib der vornehmen Gesellschaft waren. Im Garten von Schloss Heidelberg hat sich sogar noch das Spielfeld aus der kurfürstlichen Zeit erhalten! Auf der „Paille-Maille“-Bahn im Schlossgarten spielte man ein Geschicklichkeitsspiel, das dem heutigen Krocket ähnelt. Der erste Termin der neuen Führung ist der 27. März 2016.

Museen im Schlossgarten Schwetzingen

Der Schlossgarten von Schwetzingen punktet nicht nur durch die Schönheit seiner grünen Bereiche. Hier finden sich gleich mehrere Ausstellungen und Museen. Im südlichen Zirkelgebäude informiert eine Ausstellung in Texten, Zeichnungen und Plänen über die Entstehung des Schlossgartens, der unter den Kurfürsten Carl Philipp und Carl Theodor im 18. Jahrhundert als Barockgarten im französischen Stil entstand und später raffiniert im Stil eines englischen Landschaftsgartens erweitert wurde. Im ehemaligen Baumagazin der Schlossschreinerei präsentieren die Staatlichen Schlösser und Gärten historische Garten- und Arbeitsgeräte – eine nostalgische Entdeckung und zugleich ein Blick auf die Mühen, die seit vielen Generationen aufgewandt werden, um den Schlossgarten in seiner vollen Schönheit zu erhalten. Ganz nebenbei erfährt man einiges vom Alltag der Schlossgärtner, über tägliche Arbeitszeiten und darüber, wie viel ein Gartendirektor in Schwetzingen verdiente. In der Orangerie zeigt das Lapidarium die Steinfiguren aus dem Schlossgarten, eindrucksvolle Originale des 18. Jahrhunderts.

Informationen bequem im internet und als Prospekt

Informationen über alle Gärten, die Veranstaltungen im Gartenjahr und die Dauerausstellungen finden sich im Internet unter www.welt-der-gaerten2016.de oder im Internetportal der Staatlichen Schlösser und Gärten www.schloesser-und-gaerten.de. Die Höhepunkte des Jahres finden sich außerdem im Prospekt „Das Schönste im Themenjahr Garten 2016“. Ab Februar ist auch die neue „Schlosscard Plus“ erhältlich. Sie bietet den Eintritt in 24 Monumente und obendrein die Teilnahme an vier Veranstaltungen des Themenjahrs Garten für nur 36 Euro und ist in allen Schlössern, Klöstern und Gärten erhältlich.

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