Schleißheim feiert 350. Geburtstag von Kurfürst Max Emanuel

Vor 350 Jahren, am 11. Juli 1662, wurde Kurfürst Max Emanuel von Bayern geboren. Der legendäre Blaue Kurfürst war eine der prägnantesten Herrscherpersönlichkeiten Bayerns. Die Bayerische Schlösserverwaltung eröffnete heute anlässlich des Jubiläums einen Dokumentationsraum zum Thema „Max Emanuel und Schleißheim“ und feiert das Jubiläum mit einer Festwoche rund um den Geburtstagstermin.

Neuer Dokumentationsraum zu „Max Emanuel und Schleißheim“
Die Schlossanlage Schleißheim mit dem Neuen Schloss, dem Jagdschloss Lustheim und dem einzigartigen Barockgarten ist neben Schloss Nymphenburg die bedeutendste Bauunternehmung Max Emanuels. Sein ganzes Leben lang haben ihn Planung, Bau und Ausstattung dieser grandiosen Barockresidenz beschäftigt.

Ein neu gestalteter Dokumentationsraum erläutert ab heute im Neuen Schloss die komplexe Entstehungsgeschichte der Schlossanlage und würdigt ihren Hauptbauherrn Kurfürst Max Emanuel. Über die Entwicklung von der herzoglichen Eremitage der Renaissance bis zur einzigartigen höfischen Kulturlandschaft des Absolutismus Max Emanuels erfährt der Besucher hier viel Wissenswertes und so manch Erstaunliches. Die pfiffige Präsentation auf hinterleuchteten Fahnen ist in Deutsch und Englisch abgefasst und mit einer Fülle an Bildmaterial sowie zeitgenössischen Zitaten anschaulich und abwechslungsreich gestaltet. An zentraler Stelle gelegen, lädt sie auch die abendlichen Konzertbesucher zur Betrachtung ein.

Neue Raumbeschriftung in den Schlossräumen
Erstmals sind ab sofort alle Schlossräume im Rundgang mit kompakten Erläuterungstexten in Deutsch und Englisch versehen, die dem Besucher das Wesentliche in Kürze nahe bringen. Hier geht die Schlösserverwaltung neue Wege: Auf den Beschriftungstafeln angebrachte QR-Codes ermöglichen es, die Informationen auch mit dem Smartphone abzurufen und „mitzunehmen“. So besteht zudem die Option, weitere Sprachversionen einzuspeisen und damit den Besucherservice weiter auszubauen.

Restaurierte Tapisserien und wiedereröffnete Kammerkapelle
Vom großartigen Mäzenatentum Max Emanuels zeugen die erlesenen Kunstwerke, die er für das Neue Schloss bestellte. Auf der Restaurierung dieser kostbaren Ausstattungsstücke – barocke Kronleuchter, prächtige Möbel und gewirkte Bildteppiche – lag in den letzten Jahren ein besonderer Schwerpunkt. Rechtzeitig zum Jubiläum kann der Besucher seit heute wieder den frisch restaurierten Bildteppich „Belagerung mit Max Emanuel“ aus der für Schleißheim gewirkten „Zweiten Kriegskunstfolge“ sehen. Gemeinsam mit den drei bereits restaurierten Wirkteppichen dieser Folge ist nun wieder die atemberaubende Qualität der barocken Prunkstücke zu erkennen.

Die Schlösserverwaltung hat für die Ausstellung dieser empfindlichen Tapisserien eine völlig neue, innovative Präsentationsform entwickelt, die dem Erhalt der Teppiche und der Wahrung der historischen Raumwirkung in den Paraderäumen Max Emanuels gleichermaßen gerecht wird.

Erstmals nach vielen Jahren zeigt sich auch die Kammerkapelle – ein einzigartiges Raumensemble bayerischer Dekorationskunst – den Besuchern wieder ohne Baugerüst. Dank der finanziellen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung konnte die seit 2008 laufende Bestandssicherung des vergoldeten Deckenstucks Johann Baptist Zimmermanns zum Jubiläumstermin forciert abgeschlossen werden.

Festwoche zum Jubiläum
Die Bayerische Schlösserverwaltung widmet dem Jubilar ein eigenes Festprogramm mit besonderen Höhepunkten in Schleißheim. Im Neuen Schloss Schleißheim und in Schloss Lustheim, aber auch in Schloss Nymphenburg und in dem von Max Emanuel umgestalteten Schloss Dachau finden in der Jubiläumswoche vom 7. bis 15. Juli zahlreiche Veranstaltungen statt.

In vielfältigen Themenführungen, in Konzerten und Vorführungen in historischen Kostümen lässt sich Max Emanuel als kunstsinniger Mäzen, Sammler und Liebhaber einer überbordenden barocken Festkultur entdecken. Einmalig besteht die Möglichkeit, in Erinnerung an die venezianischen Prunk- und Lustschiffe am Hofe Max Emanuels in einer originalen venezianischen Gondel auf dem Mittelkanal des Schlossparks Schleißheim spazieren zu fahren. Besonderer Höhepunkt ist am 14. und 15. Juli die Inszenierung eines barocken Freudenfests vor Schloss Lustheim, das mit Reiterspielen, allegorischen Einlagen, Jagd- und Triumphszenen an die Festveranstaltung anlässlich der Geburt Max Emanuels vor 350 Jahren erinnert.

Museumspädagogisches Programm für Schulklassen
Vom 9. bis 13. Juli lädt die Bayerische Schlösserverwaltung Schulklassen zu museumspädagogischen Einzelveranstaltungen nach Schloss Nymphenburg und in das Neue Schloss Schleißheim ein. Bei den Gesprächsführungen zum Thema „Der europäische Absolutismus und das Kurfürstentum Bayern“ lernen die SchülerInnen authentische Orte der Geschichte und deren Nutzung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kennen. Knapp 60 Schulklassen mit über 1500 Schülern haben das Angebot bereits gebucht.

Kurfürst Max Emanuel und Bayerns barockes Kulturerbe
Kurfürst Max Emanuel von Bayern (1662–1726) ist eine herausragende Herrscherpersönlichkeit Bayerns. Fast ein halbes Jahrhundert – von 1680 bis 1726 – bestimmte er die Geschicke Bayerns im europäischen Machtgefüge. War auch die politische Karriere des legendären „Blauen Kurfürsten“ äußerst wechselvoll, so hat er als Bauherr, Sammler und Mäzen zu Bayerns Kulturerbe Unschätzbares beigetragen. Mit Schloss Nymphenburg und seinen Parkschlösschen sowie dem Neuen Schloss Schleißheim mit dem Jagdschloss Lustheim verdankt Bayern Max Emanuel zwei herausragende Ensembles barocker Schlossbau- und Gartenkunst allerersten Ranges, bei deren fulminanter Ausstattung italienische, französische und bayerische Künstler zusammenwirkten. Als bedeutende Denkmäler der europäischen Kunstgeschichte gehören sie zu den großen touristischen Attraktionen Bayerns. Weniger bekannt ist, dass auch Schloss Dachau von Max Emanuel umgestaltet wurde.

Das komplette Programm der Jubiläumswoche als pdf-Dokument

Informationen zur Schlossanlage Schleißheim finden Sie unter:
www.schloesser-schleissheim.de

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