Literatur auf Schloss Mosigkau in Dessau

Ein Sanssouci für meine Bilder…
Lesung mit Hofrat Richter, alias Hans-Joachim Rohowski; am Klavier: Thomas Benke

Termin: Samstag, 10. Mai 2014, 16:15 Uhr
Ort: Galeriesaal im Schloss Mosigkau; Knobelsdorffallee 2-3; 06847 Dessau-Roßlau; OT: Mosigkau
Preis: 6,00 €

Dessauer Hofstaat; (c) Jürgen Meusel
Dessauer Hofstaat; (c) Jürgen Meusel
Das nur wenige Kilometer westlich vom Dessauer Zentrum gelegene Schloss Mosigkau gilt als Perle des Rokoko. Es ist in Mitteldeutschland der einzige zu großen Teilen erhaltene Schlossbau des Spätbarocks. Erbaut wurde es 1752 bis 1757 von Prinzessin Anna Wilhelmine (1715–1780), der Lieblingstochter von Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676–1747).

Der Alte Dessauer hatte ihr das Stubenrauchsche Gut samt der Ländereien geschenkt und mit der großzügigen jährlichen Apanage in Höhe von 15.000 Reichstalern dafür gesorgt, dass die unverheiratete Prinzessin ihren Bauherren- und Repräsentationswünschen sowie einem gehobenen Lebensstil in Mosigkau nachkommen konnte. Trotz der überlieferten Sittsam- und Sparsamkeit der Bauherrin darf davon ausgegangen werden, dass die Sommerresidenz schon damals ein Ort für muntere Geselligkeit war.

Im Volksmund wird das Schloss noch heute liebevoll „klein Sanssouci“ genannt. Die architektonischen Parallelen sind unverkennbar. Und der Architekt von Sanssouci hat sich nachweislich am Dessauer Hofe aufgehalten. Inwieweit Knobelsdorff Ideengeber war, ist allerdings nicht abschließend geklärt. Diese Frage und die nach dem höfischen Leben im 18. Jahrhundert beschäftigten auch Hofrat Richter, alias Hans-Joachim Rohowski, der dazu in die Literatur geschaut hat.

In Anwesenheit von Mitgliedern der Interessengemeinschaft im Leopoldsverein „Dessauer Hofstaat“ liest er nun aus zwei Büchern, in denen das anhaltische Dessau Handlungsort ist. Das eine ist 1971 erschienen und trägt den Titel „Der Meister von Sanssouci“. Die Autoren Claus Back und Martin Stade befassen sich mit dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699–1753) und seinem Verhältnis zu seinem Dienstherrn Friedrich II. (1712–1786). Knobelsdorff hatte zahlreiche Professionen. Er war u. a. Portrait- und Landschaftsmaler, Theaterintendant und Landschaftsgestalter, in erster Linie aber Architekt im Dienste des Preußenkönigs. Sein persönliches Verhältnis zu ihm war zunächst beinahe freundschaftlich, wurde dann aber immer spannungsreicher. Seine Entwürfe prägen bis heute das Aussehen von Berlin und Potsdam. Das im Jahr 2008 erschienene Buch „Minne, Mätressen, und Mesalliancen“ von Bernd Stephan beschäftigt sich mit Sophie Eleonore Söldner, einer Geliebten des Alten Dessauers und Mutter von Georg Heinrich von Berenhorst (173–814).

Musikalisch umrahmt wird die Lesung von dem Pianisten Thomas Benke.

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