Klosterruine Allerheiligen im Schwarzwald – ein imposantes Ausflugsziel

 Mit den warmen Maitagen beginnt auch in den höheren Lagen des Schwarzwaldes wieder die Wandersaison. Dann lockt die Klosterruine Allerheiligen viele Spaziergänger und Kulturinteressierte an. Berühmt ist der wildromantische Wanderweg entlang der sprühenden Kaskaden eines Wasserfalls hinauf zur imposanten Ruine des einstigen Prämonstratenser-Klosters – ein eindrucksvolles Naturerlebnis.

Beim Wandern Natur und Geschichte entdecken

Inmitten des Schwarzwaldes erheben sich die beeindruckenden Ruinen von Kloster Allerheiligen. Das Denkmal aus dem 12. Jahrhundert ist eine berühmte Attraktion für Schwarzwaldbesucher – und das schon seit dem Beginn des Schwarzwaldtourismus vor über 150 Jahren. Wanderer können hier die einzigartige Verbindung von Natur und Geschichte erleben.

Der Weg zur Klosterruine ist ein wahres Naturereignis: Die Ruine liegt eindrucksvoll am oberen Ende einer Schlucht mit tosenden Wasserfällen. Entlang der Wasserfälle kann man durchs Lierbachtal nach oben zur Klosterruine wandern. Besucher können entweder den steilen Aufstieg aus dem Tal wählen oder nur einen kurzen Spaziergang zur Ruine und der kleinen barocken Gartenterrasse unternehmen. Im Inneren der Klosterruine vermittelt eine Dauerausstellung Interessantes zur Geschichte und Bedeutung von Allerheiligen. Wechselnde kleine Ausstellungen befassen sich mit Themen rund um den Schwarzwald.

Wallfahrtsort und religiöses Zentrum

Besucher der malerisch zerfallenen Klosterruine können zumindest erahnen, dass Allerheiligen einst ein Konvent von Größe und Einfluss war. Sechs Jahrhunderte lang war das Kloster das beherrschende religiöse und kulturelle Zentrum dieser Schwarzwaldregion. Die Chorherren des Prämonstratenserklosters leiteten eine Klosterschule, die bis ins 19. Jahrhundert Bestand hatte. Da Allerheiligen ein bedeutender Wallfahrtsort war, besuchten vor allem an den Feiertagen viele Menschen das Kloster. Im Jahr 1802 wurde das Kloster aufgelöst – ein Schicksal, das fast alle Klöster während der Säkularisation traf. Zur Ruine wurde Allerheiligen schließlich zwei Jahre später, als ein Blitz in die Klosterkirche einschlug und einen großen Brand verursachte.

Ein Kleinod für den Schwarzwald-Tourismus

Der Brand von 1804 schien das Ende zu sein – aber der malerische Ruinenzustand machte das einstige Kloster zur Attraktion. 1840 wurde der Weg entlang der Wasserfälle hinauf nach Allerheiligen angelegt – damals erfreute sich das Kloster schon wachsender Beliebtheit. Der Schwarzwald wurde schnell ein beliebtes Ausflugsziel und Allerheiligen verzeichnete steigende Besucherzahlen. Das malerische Schwarzwaldkloster mit den Wasserfällen wurde in zahlreichen Gemälden und Drucken verewigt. Der Verleger Karl Baedeker nahm Allerheiligen 1854 in seinen ersten Reiseführer auf. Auch der amerikanische Erfolgsschriftsteller Mark Twain begeisterte sich bei einer Europa-Reise für die malerische Klosterruine – und widmete ihr sogar einen Passus in seinem Buch „Bummel durch Europa“. Die stille Ruine im einsamen Schwarzwaldhochtal als internationale Attraktion – das hätten sich die Mönche des Mittelalters nicht träumen lassen. Beliebt als Ausflugsziel und Station bei Wanderungen ist das Kloster bis heute – und wer dort war, versteht, warum das so ist.

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