Denkmalschutz-Stiftung fördert Schloss Rammersdorf in Leutershausen

An der Fassadeninstandsetzung des Wasserschlosses Rammersdorf in Leutershausen, Kreis Ansbach, beteiligt sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD). Nachdem im vergangenen Jahr das Dach des Schlosses saniert werden konnte, auch daran hatte sich die Denkmalschutz-Stiftung beteiligt, steht jetzt die Beseitigung der Mauerwerkschäden an, die aufgrund nicht kompensierter Schubkräfte aus dem Dachtragwerk und der Zersetzung des Sandsteins aufgetreten waren.

Das heute zur Stadt Leutershausen gehörende Wasserschloss Rammersdorf wurde 1712 über den Resten einer Wasserburg erbaut, die 1281 in einer Urkunde Vogelsburg genannt wird. Auf einem rechteckigen Grundriss von 22 mal 16 Metern errichtete der Ansbacher Baumeister Johann Georg Schmidt den dreigeschossigen Schlossbau für Albrecht Ludwig von Eyb zu Dörzbach, Wiedersbach und Rammersdorf ganz in der barocken Formensprache des Schweizer Fürstbischöflich Eichstättischen Hofbaudirektors Gabriel de Gabrieli.

Das elegant proportionierte Gebäude mit Walmdach, Schweifgauben und Dachreiter steht auf einer mauerumwehrten Insel, die seit dem Mittelalter ein Wassergraben umgibt. Über eine steinerne Brücke gelangt man zum dreiflügeligen Wirtschaftshof. Als Baumaterial für das Mauerwerk verwandte der Baumeister Bruchstein, möglicherweise ist aber von einem barocken Mischmauerwerk mit Teilkonstruktionen aus Ziegelstein auszugehen, wie man es entlang der Traufe deutlich erkennen kann.

Die drei mittleren Fensterachsen der Südfassade fassen flache, ionische Kolossalpilaster zu einem Mittelrisalit zusammen, ansonsten gliedern die verputzten Fassaden mit ihren sieben bzw. fünf Fensterachsen Doppellisenen. Die zum Gesamteindruck gehörende Terrassenanlage stammt aus dem Jahr 1715.

Das Hofensemble veränderte sich in den vergangenen vier Jahrhunderten immer wieder. Zuletzt umfassend saniert wurde die Anlage in den 1950er Jahren. 2009/2010 machten Untersuchungen am Haupthaus und an den Wänden des Grabens deutlich, dass erneuter Sanierungsbedarf besteht. Der Dachstuhl wies zahlreiche geschädigte Fußpunkte an den Balken auf, und die uneinheitliche barocke Gründung führte teilweise zu gebäudehohen vertikalen Fassadenrissen. Gleichzeitig aufgetretene setzungsbedingte Horizontalrisse schädigten außerdem die Fensterrahmungen.

Schloss Rammersdorf ist eines von über 200 Projekten, die die 1985 gegründete Denkmalschutz-Stiftung in Bonn dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte. Dazu gehören im Landkreis Ansbach auch das Zeughaus in Dinkelsbühl, der Römerpark in Weiltingen und die St. Jakobskirche in Rothenburg ob der Tauber.

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