Chaumont

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Château de Chaumont

Château de Chaumont, vom Ufer der Loire aus gesehen
Château de Chaumont, vom Ufer der Loire aus gesehen

Das Château de Chaumont-sur-Loire thront über dem als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuften Loire-Tal und ist gleichzeitig das am höchsten gelegene Schloss der Region mit einer Höhe von 40m über dem Fluss und eines der wenigen, welches tatsächlich direkt an der Loire liegt. Der Name leitet sich von „Chauve Mont“ (kahler Berg) später „Chaud Mont“ (heißer Berg) ab.

Im 10. Jahrhundert ließ Eudes I. Graf von Blois eine Burg als Schutz der Grenze zwischen den Grafschaften Blois und Anjou, welche von Foulques III Nera beherrscht wurde, errichten. Der normannische Ritter Gelduin erlangte später in ihren Besitz und ließ sie ausbauen. Sein kinderloser Sohn vererbte die Festung seiner Nichte Denise de Fugères (ca. 1035-1086). Da sie ein Mitglied der Familie d´Amboise heiratete gelangte auch das Schloß für die nächsten 5oo Jahre in deren Besitz.

Als Strafe für die Teilnahme des Pierre d´Amboise an einem Komplott des Adels gegen seinen König Louis XI ließ dieser Chaumont im Jahr 1465 abbrennen und schleifen, doch Pierre konnte das Wohlwollen zurück erlangen und damit auch seine Ländereien. Sein Sohn Charles und er begannen mit dem Wiederaufbau von Chaumont. Sie errichteten den heuten zerstörten Nordflügel, den Westflügel, den Turm von Amboise und den ersten Teil des Südflügels.

Unter der Herrschaft von Louis XII (1462-1515) wurde die Familie mächtig und einflussreich. Der Enkel von Pierre, Charles II nimmt den Bau des Schlosses wieder auf und läßt die Kapelle, den Ost- und Südflügel, die Vorburg, den Saint Nicolas Turm sowie die Ehrentreppe bauen.

George d´Amboise war Erzbischof von Narbonne und Kardinal, später wurde er Gesandter des Papstes. Als einer der ersten führte er den italienischen Stil in Frankreich ein. Als sein Neffe Charles II die Generalstatthalterschaft in Mailand übernahm, zog der Kardinal nach Chaumont und überwachte die Arbeiten.
Katharina von Medici kaufte das Anwesen im Jahr 1560 für 120.000 Franken. Angeblich soll ihr Hofastrologe Cosimo Ruggieri auf Chaumont das Ende der Valois-Dynastie und den Aufstieg der Bourbonen vorhergesagt haben. Einen Turm neben ihren Gemächern soll er als sein Observatorium genutzt haben und hier in einem magischen Spiegel der Königin das Schicksal ihrer Söhne gezeigt haben.



Nach dem Tod ihres Mannes Henri II im Jahr 1559 zwingt sie dessen Maitresse Diane de Poitiers deren geliebtes Chenonceau gegen Chaumont zu tauschen. Diese hielt sich nur selten auf dem Schloß auf – sie bevorzugte Schloss Anet – ließ aber trotzdem die Ausbauten fortführen. Der Wehrgang mit Pecherkern wird zu dieser Zeit gebaut, auch läßt sie zahlreiche Embleme mit ihren Wappen anbringen.

Im 18. Jahrhundert gehört das Anwesen der Familie Nicolas Bertin de Vaugyen, ab 1750 Jacques Donatien Le Ray. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde durch den Abriss des Nordflügels der Innenhof in Richtung des Loire-Tals geöffnet, eine ausgedehnte Terrasse mit einem schönen Panoramablick entsteht. Das Schloss verlor einen Teil seines Burgcharakters und wurde in ein Lustschloss umgewandelt.

Château de Chaumont, Details am Tor
Château de Chaumont, Details am Tor
Im Jahr 1772 läßt Le Ray in den heutigen Stallungen zwei Manufakturen für Töpferware und Kristallherstellung errichten. Geleitet werden sie von dem berühmten italienischen Bildhauer Jean-Baptiste Nini. Seine Portraitmedaillons großer Persönlichkeiitenaus Terrakotta sind sehr populär. Das Schloß besitzt noch heute eine Sammlung. Der gigantische kegelförmige Ofen kann heute im Rahmen einer Führung durch die Stallungen besichtigt werden.

1810 zieht die von Napoleon aus Paris verbannte Madame de Staël nach Chaumont und empfängt dort gleichgesinnte Intellektuelle.

1823 wird der Besitz an den Baron von Etchegoyen verkauft. Nachdem es durch mehrere Hände geht, erwirbt im Jahr 1875 die junge und reiche Erbin Marie-Charlotte Constance Say, die Enkelin des Zuckerfabrikanten Louis Say, das Schloß und die Ländereien. Durch Heirat mit dem Prinzen Henri-Amédée de Broglie findet sie einen Gleichgesinnten und beide beginnen eine umfangreiche Restauration um Chaumont in eine Luxusresidenz zu verwandeln. In ganz Europa kaufen sie Möbel, Tapisserien und Kunstgegenstände. Der Architekt Paul-Ernest Sanson richtet die sogenannten “historischen Gemächer“ im Ostflügel ein – die Gemächer der Katharina de Medici und des Ruggieri, der Ratssaal, den Saal der Wachen und das Schlafzimmer der Diane de Poitiers. Das Schloß wird mit modernem Komfort wie Strom und fließendes Wasser ausgestattet.

Auch die Pferdeställe werden mit dem gleichen Streben nach Luxus und Modernität umgestaltet.

Nach dem Tod des Fürsten heiratet sie erneut, doch Verschwendung, Misswirtschaft und die Wirtschaftskrise führen zu einer hohen Verschuldung. Der früher 2483 Hektar große Besitz wurde nun stückweise verkauft um die drückenden Schulden zu begleichen, knapp 20 Hektar verbleiben der Domäne. Im Jahr 1937 nimmt der Staat eine Enteignung im Sinne der Gemeinnützigkeit vor. Am 01. August 1938 nahm er die Domäne mit ihren prachtvollen Sammlungen in Besitz. Seit 2007 gehört das Schlossgut Chaumont-sur-Loire der Region Centre.

Aktivitäten

Der Landschaftspark
Der Landschaftsarchitekt Henri Duchêne wird vom Prinzen de Broglie ab dem Jahr 1884 mit dem Bau eines Lustgartens beauftragt. Er realisiert einen englischen Landschaftsgarten mit sanften Hügeln, einzelnen Bäumen und Baumgruppen. Von einer Brücke hat man einen schönen Blick auf das Flußtal.

Seit dem Jahr 1992 präsentieren sich alljährlich im Rahmen der „Internationale Gartenschau von Chaumont“ von Mitte Juni bis Mitte Oktober rund 30 Landschaftsgärtner aus verschiedenen Ländern mit ihren Entwürfen und den Prototypen der Gärten von morgen. Neben dem Festival bieten das kleine Nebeltal, der Gemüsegarten, der Garten der Kinder und bestimmte Gartenbereiche der Öffentlichkeit dauerhaft experimentelle Gärten, die sich im Laufe der Jahreszeiten weiterentwickeln.

Quelle: www.domaine-chaumont.fr


Château de Chaumont, Tor mit Zugbrücke
Château de Chaumont, Tor mit Zugbrücke
Château de Chaumon
Domaine de Chaumont-sur-Loire
41150 Chaumont-sur-Loire
Département Loir-et-Cher
Frankreich

www.domaine-chaumont.fr/

EINTRITTSPREISE (Stand 2014)
Besichtigung des Schlosses und des historischen Parks
Erwachsene: 10,50 €
Kinder von 12-18 Jahren: 6,50 €
Kinder von 6-11 Jahren: 4,00 €
Mit dieser Eintrittskarte können Sie das Schloss, die Ställe und den historischen Park besichtigen. Sie gilt nicht für das Internationale Gartenfestival und den „Parc du Goualoup“.

Besichtigung der Domaine
Mit der Eintrittskarte „Domaine“ können Sie die ganze Domaine de Chaumont-sur-Loire besichtigen: ihr Internationales Gartenfestival, ihr Schloss, ihre Reitställe, ihren historischen Park, ihren „Parc du Goualoup“ sowie sämtliche Installationen und Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst.
Erwachsene: 16,00 €
Kinder von 12 -18 Jahren: 11,00 €
Kinder von 6-11 Jahren: 5,50 €
Kostenlos für Kinder unter 6 Jahren

Geführte Besichtigung ohne Preiszuschlag in englisch und französisch
Besichtigung ohne Führung mit Besichtigungsbroschüre in deutsch

ÖFFNUNGSZEITEN (Stand 2014)
Das Schloss ist ganzjährig geöffnet, außer am 1. Januar und 25. Dezember
Letzter Einlass 45 Minuten vor der Schließung des Schlosses
02.01.-31.03. 10:00h bis 16:15h
01.04.-30.06. 10:00h bis 17:45h
01.07.-31.08. 10:00h bis 18:15h
01.09.-30.09. 10:00h bis 17:45h
01.10.-02.11. 10:00h bis 17:15h
03.11.-31.12. 10:00h bis 16:15h

Banner_Blois-Pass-ChateauxBESUCHER-TIPP
Wollen Sie mehrere Schlösser der Loire besuchen, empfiehlt sich der Kauf der Tickets im Paket.
Auf der Website des Office de Tourisme de Blois werden verschiedene Pässe angeboten.

Anfahrt
Chaumont-sur-Loire liegt zwischen Blois und Tours, 185 km von Paris entfernt, und ist über die Autobahnen A10 und A85, Ausfahrt Blois oder Amboise, erreichbar.
Parkplätze entweder im Ort oder am Südeingang
Restaurant: ja
Souvenirshop: ja


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