Blois

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Das königliche Schloss von Blois

Während mehr als vier Jahrhunderten, beginnend im 13. Jahrhundert, haben 10 Königinnen und 7 Könige das Schloss von Blois zu einem Schmuckstück der französischen Baukunst gemacht. Rund um den Innenhof reihen sich vier Gebäude, welche die vier großen Epochen der Architektur bezeugen: das Mittelalter, die Gotik, die Renaissance und der Klassizismus.

Château de Blois, Torhaus & PortalIm Mittelalter gehörte das Gebiet den mächtigen Grafen von Blois und bereits im 9. Jahrhundert wird an dieser Stelle ein Schloss erwähnt. Mitte des 13. Jahrhunderts gelangt Blois in den Besitz der Familie Châtillon, welche es großzügig ausbaut. Im Jahr 1391 verkaufen sie es an den Herzog Louis d´Orléans.

Sein Enkelsohn, ebenfalls ein Louis, wird im Jahr 1498 als Louis XII. König von Frankreich und heiratet die Witwe seines Vorgängers Anne de Bretagne. Er macht Blois zu seiner Hauptresidenz. Von den aus Amboise abgezogenen Bauarbeitern und Architekten lässt er innerhalb der Einfriedung des alten Schlosses ein neues, großzügiges Schloß bauen, welches die königlichen Wohnungen beherbergt. Im gotischen Flamboyantstil zwischen 1498 und 1501 gebaut, wird der Flügel von zwei Treppentürmen eingerahmt. Heute betritt man durch den Torweg vom Vorplatz den Innenhof, damals schaute man auf die Vorhof und Terrasse, die innerhalb der Einfriedung lagen. Heute ist in dem Flügel das Kunstmuseum untergebracht. Man erkennt an dem Gebäude die ersten Zeichen des italienischen Einflusses.

Im Nordosten liegt der Saal der Generalstände der größte nicht profane gotische Saal des frühen 13. Jahrhunderts, der noch heute in Frankreich erhalten ist. Er wurde 1214 vom Grafen Theobald VI de Blois errichtet. Der ursprüngliche Aufbau ist heute noch zu sehen, zwei getäfelte Schiffe, getrennt von 2 Säulen. Auf der anderen Seite liegt der Flügel Charles d´Orléans, seines Vaters, mit der Kapelle Saint Calais, von der heute nur noch der Chor steht.

Als Louis XII. im Jahr 1515 stirbt, folgt ihm sein Cousin und Schwiegersohn Francois d´Angoulème auf den Thron. Er ist mit Louis Tochter Claude de France verheiratet. Er lässt einen neuen Flügel anbauen, in hellem Stein, nicht mehr aus Back- und Sandstein. Die berühmte Wendeltreppe befand sich zu seiner Zeit in der Mitte des Flügels. In einem achteckigen Turm mit durchbrochenen Balustraden mit königlichen Emblemen überzogen gab sie den Mitgliedern des Hofes die Möglichkeit, den im Innenhof stattfindenden Festen zu zuschauen.



Der Flügel Francois I. im Norden birgt reich möblierte Gemächer. Die Aufteilung der Räume ist eineSchöpfung Dubans. So stellte er sich die ideale Aufteilung der königlichen Gemächer am Ende des 16. Jahrhunderts vor. Sehenswert sind vor allem das Königszimmer und die Gemächer der Catharine de Mèdicis, welche hier im Jahr 1589 gestorben sein soll. Ihr Arbeitszimmer, das Studiolo, in dessen Holzvertäfelung sich 4 Geheimfächer verbergen, ist das einzige erhaltene königliche Renaissance Kabinett in Frankreich. Im Zimmer der Hauptmänner der Leibgarde der Königin sind zwei offene Kamine im Renaissance-Dekor gestaltet.

Im Juli 1524 stirbt die Königin Claude, der König wird 1525 bei Pavia gefangen genommen und gerät in spanische Gefangenschaft. Auch nach seiner Freilassung kehrt er nicht mehr nach Blois zurück.

Erst unter Catharine de Mèdicis und ihren Söhnen wird Blois wieder zu einem Mittelpunkt der Krone. Im Dezember des Jahres 1588 ruft König Henri III seinen Widersacher Henri de Guise zu einer Ratssitzung im Schloß, er befürchtet vom Herzog abgesetzt zu werden und lässt ihn in seinen Gemächern ermorden. Auch dessen Bruder stirbt kurze Zeit später. Henri III wird im Juli 1589 von einem Mönch erdolcht.

Château de Blois, Fassade und TreppenhausDessen Nachfolder Henri IV. und Louis XIII halten sich nur selten im Schloss auf, Maria de Medici, die Mutter Louis XIII, wird von 1617 bis 1619 nach Blois verbannt, sie wagt die Flucht durch ein Fenster.

Der klassizistische Flügel im Westen wurde von François Mansart für Gaston d´ Orléans von 1635 bis 1638 erbaut. Das Treppenhaus, ein Meisterwerk der klassizistischen Architektur, ist eine prachtvolle Kreation mit einer eingefügten Doppel-Kuppel. Für diesen Flügel wurden Teile der anderen Flügel und der Kapelle abgerissen. Mit der Geburt des Thronfolgers Louis XIV wird Gaston unwichtig und aufgrund fehlender finanzieller Mittel wird der Ausbau im Jahr 1638 eingestellt.

Nach dem Tod Gastons bleibt die Residenz für viele Jahre unbewohnt. Während der Französischen Revolution wird sie geplündert. In der Mitte des 19. Jahrhundert begann man unter der Leitung von Félix Duban mit der Restaurierung. 1845 war Blois mit eines der ersten restaurierten Baudenkmäler überhaupt und diente in der Folge als Vorbild für die Restaurierung zahlreicher anderer Schlösser.

Das königliche Schloss von Blois trägt heute mit über 30.000 Ausstellungsstücken den Titel eines offiziellen „Musée de France“; ein Teil der Sammlung befindet sich in den königlichen Gemächern des Flügels Franz‘ I., im Musée des Beaux-Arts das im Flügel Ludwigs XII. untergebracht ist, und wird auch in zahlreichen Wechselausstellungen gezeigt.

Quelle: http://www.chateaudeblois.fr/


Château Royal de Blois

Blois, der Innenhof von oben6 Place du Château,
41000 Blois
Département Loir-et-Cher
Frankreich

EINTRITTSPREISE (Stand 2014)
Erwachsene: 9,80€
Kinder (6- 17 ): 5,00 €
Für Kinder unter 6 Jahren der Eintritt ist frei
Es gibt Kombikarten für Schloß und Lichtshow

Öffnungszeiten (Stand 2014)
02.01. bis 31.03.: 09:00h bis 12:30h/13:30h bis 17:30h
01.04. bis 30.06.: 09:00h bis 18:30h
01.07. bis 31.08.: 09:00h bis 19:00h
01.09. bis 30.09.: 09:00h bis 18:30h
01.10. bis 02.11.: 09:00h bis 18:00h
03.11. bis 31.12.: 09:00h bis 12:30h/13:30h bis 17:30h

Besucher-Tipp
Wollen Sie mehrere Schlösser der Loire besuchen, empfiehlt sich der Kauf der Tickets im Paket. Auf der Website des Office de Tourisme de Blois werden verschiedene Pässe angeboten. Office de Tourisme de Blois – http://www.bloischambord.com/billetterie

Anfahrt
Ab Paris: Autobahn A10, Paris – Bordeaux, Ausfahrt Blois, Entfernung: 170 km
Parkplätze im Ort
Restaurant : im Ort
Souvenirshop : ja

Besonderheiten
Jeden Abend vom 5. April bis 21. September (außer am 26. April, am 16. und am 21. Juni und am 13. Juli) erstrahlt der Innenhof des Schlosses im Glanz von Lichterspielen, welche die großen Ereignisse der Geschichte Frankreichs in Erinnerung rufen und von Musik untermalt werden.

Der Schlosshof wird im Sommer zum Schauplatz traditioneller Fechtkämpfe: Die professionellen Fechtkämpfer bieten sich im Klange von Harfenmusik und Perkussion spannende Kämpfe, so dass man sich in die Vergangenheit des Schlosses zurückversetzt fühlt.

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