Wildenstein

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Geschichte der Burg Wildenstein

Die kleine Burg Wildenstein verdankt ihre Existenz der großen Politik bzw. den Auseinandersetzungen der Grafen von Rieneck mit dem Erzbistum Mainz. Die Gegend um den Wildenstein ist im 13. Jahrhundert Zankapfel beider Parteien. Die zunehmende Expansion der Rienecker Grafen wird vom Erzbistum mit wachsendem Argwohn beobachtet, kann aber wegen der Verstrickung der Erzbischöfe in die Reichspolitik nicht wirksam bekämpft werden.

Erst mit Erzbischof Werner von Eppstein ändert sich die Situation. Der zunehmenden Dreistigkeit der Rienecker wird nun Paroli geboten. Bis dahin haben sie stetig neue Burgen errichtet und Neurodungen im Zentralspessart angelegt. In diesen Burgen und Rodungsdörfern der Rienecker sieht Mainz seine eigenen Territorialinteressen gefährdet. Es kommt zur Fehde.

Die wechselvolle Geschichte einer Burg

Die Burg Wildenstein dürfte um 1230/50 entstanden sein, als das Erzbistum anderweitig beschäftigt ist. Um sich auch kirchenpolitisch im Südwesten des Spessarts eine gesicherte Position zu schaffen, gründen Graf Ludwig II. von Rieneck und seine Frau Adelheid das Kloster Himmelthal bei Rück, das zwei Jahre darauf königliche und päpstliche Privilegien erhält. Die Enstehung der Burg Wildenstein scheint die unmittelbare Folge davon zu sein, sofern sie nicht zeitgleich mit dem Kloster erbaut wird,.

Zwischen Oktober 1259 und Juli 1260 scheint das Erzbistum die Rienecker empfindlich getroffen zu haben. Vorübergehender Abschluß ist die Eroberung der Burg Wildenstein durch Mainz. Zwischen Erzbischof Werner von Eppstein und den Grafen Ludwig III., Gerhard IV. und Heinrich II. von Rieneck kommt es am 21.6.1260 per Vertrag zum vorübergehenden Frieden.

Um Besitz und Rechte um den zum Teil zustörten Wildenstein sichern zu lassen, umgeben die Grafen, zwischen Juli 1260 und Juli 1261 Eschau mit einer Mauer. Mainz sieht das als eindeutigen Vertragsbruch an, besetzt das umwehrte Dorf und stellt die Befestigung in seinen Dienst. Mit Recht protestieren die Grafen und sehen ihrerseits den Mainzer Schlag als Provokation an. Ein erneuter Vergleich am 28.6.1261 bei Miltenberg verläuft dementsprechend problematisch: Es kommt zu keinem Ergebnis und die Fehde wird weitergeführt. Sechs Wochen darauf, am 5.9.1261 bei der Burg Rannenberg muß Rieneck klein beigeben. Die Grafen müssen sie versprechen, weder auf Mainzer noch auf eigenem Gebiet im Spessart keine Burg mehr zu erbauen. Eine zweite Urkunde desselben Tages zwingt sie zur Zahlung von 300 kölnischen Denaren an Mainz.

Für fünf Jahre herrscht zwischen den Kontrahenten Frieden, wohl weil Mainz mit anderen Fehden beschäftigt ist. In dieser Zeit fassen die Rienecker neuen Mut und bessern die Burg Wildenstein wieder aus. Das Ergebnis Der Erzbischof beauftragt seinen Aschaffenburger Vogt die wiedererstandene Burg zu belagern. Als Zeugnis davon finden sich ca. 380m östlich der Burg an einem Berghang die Reste einer Belagerungsbur. Ob die Burg erobert wird oder die Burgbesatzung den Kampf aufgibt, ist leider nicht bekannt. Vermutlich setzt Erzbischof Werner von Eppstein die Grafen unter Druck, indem er ihnen den Entzug der Mainzer Lehen androht. Jedenfalls kommt es am 17.3.1266 zum Waffenstillstand. Die Grafen Ludwig III., Gerhard IV. und Heinrich II. von Rieneck müssen erneut für sie harte Punkte unterzeichnen.

Über einige Bestimmungen gibt es wohl Meinungsverschiedenheiten, da es bis 1271 erneut zu Kämpfen kommt. Den Friedensvertrag vom 25.7.1271 unterzeichnen nur noch Ludwig III. und Gerhard IV., Graf Heinrich II. ist eventuell ein Opfer dieser Fehde geworden. Folge des gesamten Krieges ist, dass Rieneck durch Lehensbande enger an Mainz gebunden wird. Wenigstens konnte der Besitz um Wildenstein an die Pfalzgrafen, den mächtigsten Rivalen der Erzbischöfe, zu Lehen aufgetragen werden, was einen Zugriff durch Mainz verhindert. So werden 1291 Wildenstein und Kleinheubach als pfalzgräfliches Lehen Rienecks genannt, doch wird dieser Kontrakt bereits unter Graf Ludwig III. von Rieneck durchgeführt worden sein (während der Kämpfe oder kurz darauf). Mit Mainz herrscht fortan Frieden. Wildensteins Existenz als Rienecker Burg ist gesichert.

Auf lange Zeit hin finden Burg und Amt Wildenstein nur noch gelegentliche Erwähnungen. Die Burg ist nun Verwaltungsmittelpunkt, durch die Rienecker Grafen wohl meist nur für Jagdtouren aufgesucht. 1462/63 wird die Grafschaft zwischen den Brüdern Phillip dem Älteren und Phillip dem Jüngeren aufgeteilt, da sie sich auf eine gemeinsame Herrschaft nicht einigen können. Wildenstein kommt an den Älteren.

1559, am 3.9. stirbt Graf Phillip III. von Rieneck, ohne Erben zu hinterlassen. Das Lehen Wildenstein fällt an die Kurpfalz. Bereits am 14.9. kommt Graf Georg von Isenburg auf die Burg Wildenstein. Er ist der Sohn Graf Antons von Isenburg, der durch Phillips Testament u. a. die Hälft aller „fahrbaren Habe“ erbt. Die andere Hälfte erhält Margarethe von Erbach.

Nach Einigung der Aufteilung wird der Isenburger Teil auf die Ronneburg bei Hanau verbracht, während Gräfin Margarethas ihre Hälfte auf ihren Witwensitz Schönrain transportiert wird. Ein Jahr darauf bekommen die Grafen Eberhard XIV., Georg III. und Valentin II. von Erbach das Amt Wildenstein als Pfälzer Lehen.

In den 1680er Jahren lebt der letzte Amtmann des Grafen Erbach Johannes Schnellbacher mit seiner Frau Anna Maria und seinen neun (!) Kindern auf Wildenstein. Zu diesem Zeitpunkt war die Burg schon baufällig.. Bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein soll die verfallende Anlage von Schäfern genutzt worden sein.

Ende März 1945 verstecken sich auch an die 100 Menschen im Keller der Ruine, um die unsinnigen Endkämpfe heil zu überstehen

Quelle: www.burgfreunde-wildenstein.info

Burg Wildenstein
63863 Eschau OT Wildenstein
Bayern
Deutschland

Burg Wildenstein im Internet

Die Ruine ist jederzeit frei zugänglich.
Der Verein Burgfreunde Wildenstein e.V.. veranstaltet jedes Jahr ein Fest auf der Burg und hat diese gut beschildert.

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