Wartburg

Geschichte der Wartburg

Neben Neuschwanstein gehört die Wartburg bei Eisenach sicherlich zu den meistbesuchten Attraktionen Deutschlands – Heerscharen von Besuchern fremder Zunge zeugen davon 🙂

Vermutlich um 1060 erbaut, stand die Burg zum ersten Mal 1080 in den Büchern der Geschichte – als Ausgangspunkt eines Überfalls auf die Truppen des Königs.

Um 1160 wurde wahrscheinlich der mächtige Palas erbaut, der in der Folge Vorbild und Prunkstück des deutschen Burgenbaus war.

Die Legende berichtet, dass auf der Burg der berühmte Sängerkrieg stattfand, bei dem sich die Minnesänger von Rang einen Wettstreit lieferten – Walther von der Vogelweide eingeschlossen.

1260/61 wurde die Burg auf das heftigste umkämpft, trotze jedoch Ihrem dichten Ring aus Belagerern.

Auch 1307 biss sich König Albrecht von Habsburg an dieser Festung die Zähne aus und musste unverrichteter Dinge abziehen: Selbst Geschütze auf den neu errichtete Burgen auf den umliegenden Bergen konnten Sie nicht sturmreif schiessen.

Weniger spektakulär, aber trotzdem bemerkenswert war Martin Luthers Aufenthalt auf der Burg 1521/22, der auf der Burg zu diesem Zeitpunkt einen Teil der Bibel ins Deutsche übersetzte. Im 18. Jahrhundert besuchte Goethe die Burg mehrmals.

Die Burg ist in eine Vorburg und eine Hauptburg gegliedert (der Turm rechts ist der Südturm und befindet sich in der Hauptburg, gegenüber dem Bergfried).

Der Südturm ist wahrscheinlich schon um 1300 erbaut worden. Zu seinen Füssen befindet sich – neben dem Gadem (das Fachwerkhaus unten, erbaut 1874/77) – die alte Wehrmauer sowie ein schöner Brunnen im Innenhof.

Die Burg kann das ganze Jahr über besucht werden, im Sommer von 8.30 bis 17 Uhr, im Winter (Nov-Feb) von 9.00 – 15.30 Uhr.

Der Eintritt (Palasführung, Museum, Lutherstube) kostet zwischen 3 und 5 Euro, eine Photoerlaubnis bemerkenswerterweise einen Euro zusätzlich (Videofilmer legen 5 Euro drauf).

Die Wartburg ist eine wundervolle Burg, die einen hervorragenden Einblick in die Geschichte des Burgbaus gewährt.

Wer sich nicht an den Touristenmassen stört, kann von der Burg den Blick schweifen lassen und dabei den Puls der Geschichte auf sich einwirken lassen, den diese Burg verströmt.

Fazit: Hinfahren. Ansehen. Die Wartburg ist einer der schönsten (und am schönsten restaurierten) Burgen Deutschlands.

Wartburg

Schloßberg 2
99617 Eisenach
Thüringen
Deutschland

Webseite der Wartburg

Telefon: +49-(0)3691-77073

Öffnungszeiten
März bis Oktober: Führungen: von 08:30 bis 17:00 Uhr Schließung des Burgtores: 20:00 Uhr November bis Februar: Führungen: von 9:00 bis 15:30 Uhr Schließung des Burgtores: 17:00 Uhr

Anfahrt
liegt an der A4, die Wartburg ist ausgeschildert.

Preise
Palasführung und eine selbständige Besichtigung des Museums Erwachsene: Erwachsene 6,50 Euro Schwerbeschädigte: 5,50 Euro Schüler und Studenten: 3,50 Euro Ausstellungen bzw. das Museum Erwachsene: 3,50 Euro Schwerbeschädigte: 3,00 Euro Schüler und Studenten. 2,00 Euro

2 Kommentare zu Wartburg

  1. Von den vielen Burgen, die ich gesehen habe, hat mich wohl keine dermaßen enttäuscht wie die Wartburg. Lediglich Torhaus und einige kleinere Teile der Vorburg sind interessant, weil echt. Der ganze Rest ist im 19. Jahrhundert „restauriert“ worden – ein Audruck, der hier in Anführungszeichen stehen muss, weil echte Restauration eine authentische Wiederherstellung meint, während hier einfach irgend etwas gebaut wurde, was dem Zeitgeist gefiel. Wie die historische Wartburg wirklich aussah, weiß kein Mensch mehr.
    Während dieses „Schicksal“ viele Burgen teilen, die in wilhelminischer Zeit wieder aufgebaut wurden, habe ich noch nie erlebt, dass diese Tatsache so dreist verschwiegen wird wie im Fall der Wartburg – man will wohl die Touristenströme auf keinen Fall dämmen.
    Die „Luther-Stube“ ist pure Fiktion – kein Mensch weiß, wo auf der Burg der Reformator wirklich gelebt und gearbeitet hat, von Möblierung mal ganz zu schweigen.
    Der „Bergfried“ kann nicht bestiegen werden, weil er ein Wasserturm ist – Kommentar überflüssig.
    Die Wartburg ist durchaus eine sehenswerte Anlage und ein schönes Ausflugsziel, man möge mich nicht falsch verstehen – aber historisch leider fast völlig bedeutungslos. Um hier den „Puls der Geschichte auf sich einwirken zu lassen“, wie es im Beschreibungstext formuliert ist, bedarf es einer ausgeprägten Befähigung zur Selbsttäuschung.

    • Servus Ansgar, danke für Deinen Kommentar.

      Schade daß Du von der Burg so wenig begeistert warst. Viele Burgen in der „Erhaltungsstufe“ sind mehr oder minder aufgehübscht, Authentizität findet man in der Tat eher in Ruinen. Allerdings: Teile der Burg aus dem 11. Jhdt. stehen heute noch, und der zwischen 1155 und 1180 erbaute Palas gehört mit zu den besterhaltenen Profanbauten der Spätromanik, die ich bisher gesehen habe.

      Ich habe da durchaus den „Puls der Geschichte“ gespürt – trotz Aktualisierungen im Gemäuer und Touri-Trubel =)

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